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Anblick von Fides und Spes stärkt sie; sie denkt andas, das ihr sanft thut. Sie begriff nun, dass sie nurmit Gott allein verkehren dürfte, richtete sich auf, strichdie Brauen und fragte: wer gibt mir Taubenfittiche,dass ich fliege? (1558-1641).
Sie will fliegen, wohin Fides und Spes ihr rieten.Sie braucht dazu den Fittich Weisheit, gezügelt mitAndacht, und den Fittich Minne, mit dem Zügel Gerung.Taubenflügel will sie, weil die Taube nicht zu hoch,nicht zu niedrig fliegt, weil sie scharfsichtig ist, sichnicht verlocken lässt, gern an den Wassern sizt, Weizenisst und gepart sizt. Diese Eigenschaften werden aus-gelegt auf das schauen des innern Lichtes, die Welt-verachtung und die Vereinigung mit dem himmlischenGemahl. Die Weisheit macht zu dem Auffluge bereit(1642—1776).
Fides und Spes raten nun, nach Sapientia zuschicken. Der Bote ist der Sinn, welcher erst die Weltdurchfuhr und nur tumpheit fand und dann die Weisheitim Himmel suchte. Sie steigt mit ihm herunter, fragtdie Frau nach dem Grunde ihres Zustandes, Fides, Spesund der Sinn antworten. Sapientia sagt: ,wer weise seinwill, minnt und meint Gott allein. Der Steg, der vonder Sele zu Gott fuhrt, steht an meinem Wege. DieserSteg ist Gottesfurcht, die zwei Füsse zu dem Gangesind gute Werke und guter Wille. Willst du lieben,so liebe ihn, der rot und weiss ist.' Sapientia erklärt dieBedeutung dieser Farben, und als die Tochter Syonfragt, wie sie die beiden Flügel Justitia und Pax ge-winnen könne, antwortet sie, durch Liebe zu Gott undzum kristlichen Nächsten. Dann werde Jesus ihreSchönheit, ihre Taubenaugen loben und sie zu sichladen, um sie zu krönen (1777 — 2050).