Druckschrift 
Sanct Francisken Leben und Tochter Syon
Entstehung
Seite
269
Einzelbild herunterladen
 

269

3985. Wenn ai durch a bezeichnet ist: vrtulichen 1730.Badiv 1859, so liegt es nahe, eine Nachlässigkeit darinzu sehen; andrerseits drängt sich die Auffassung diesesä = ai als Bavarismus auf, BGr. § 39.

ü bleibt wie i in der Regel unverändert. Indessenwird es ebenfalls zuweilen durch die neue Diphthon-gisirung verdrängt, die gewöhnlieh mit ou gegebenwird, so 169. 385. 412. 418. 620. 684. 789. 839. 902.1025. 1078. 1106. 1592. 1681. 1717. 1724. 2045;seltener findet sich au, z. B. 413. 429.

iu wird gewöhnlich von den Schreibern beibehalten;jedoch setzen sie auch mitunter eu, sowol in den Stamm-silben als in der Flexion, vgl. dihainev 1528. Dasschwanken bezeugen Fälle wie rehtev wishait loarivmMe 1670. und im Heim flivhet : sevhet 3675. trivn: revn 1389; noch stärker die Mischung von ev und ivin leivten 3652. Für das neue eu wird sogar der da-mals schon besteh nden offenen bairischen Aussprachedes eu als ei gemäss leite 75. 727. geschrieben; imReim selbst steht bideiten : livten 1251.

Selten ist die Verengung von iu zu ü: chrvce 210.Die vulgäre schlechte Aussprache ergibt sich aus tifel1819. Ein Bavarismus (BGr. § 101) ist ou für iu infröndes 345.

Die übrigen Bemerkungen zum Vocalismus derHandschrift mögen nach alphabetischer Folge sich an-reihen.

« wird vor l und r nach grobbairischer Aussprachezuweilen als o gegeben: olleu 308. ollev 700. oller3827. wort 4020 BGr. § 22; umgekehrt wandelt sicho vor r zu a: wart 2016. warhte 1888. envarht 1965BGr. S 6. Altes a ist erhalten in van 134. 220. 410.