29—Hundert Jahren durch diesen hier in seinen Gebeinennoch gegenwärtigen Heiligen in unserm Vaterlandegeschah. Wir erfreuen uns der Heilsmittel dieserReligion, und vorzüglich der Theilnahme an demheiligsten Sakramente und Opfer unseres HerrnJesu Christi.22Welche Lehren aber, m. L. haben wir hierausabzuleiten und zu beherzigen, welche Pflichten zuerfüllen? Wir müssen dem heiligsten Meßepfer,diesem wahrhaft göttlichen und geheimnißvollen Opfermit vollkommener äußerlichen und innerlichen Ehr-furcht, mit der möglichsten Reinigkeit des Herzens,mit bußfertigem, zerknirschtem und versammeltemGemüthe, mit der feuerigsten Inbrunst der Andachtbeywohnen. O Christen! wäret ihr Augenzeugengewesen, hüttet ihr auf dem Calvarleberge gestanden,und gesehen, wie Jesus das liebevolle Schlachtopferfür unsere Sünden am Kreuze hing, wie das Blutaus seinen Wunden floß, aus den durchbohrtenHänden und Füßen strömte; hättet ihr gesehen, wieJesus unter den Todes⸗Schmerzen ſein mit Dörnernverwundetes Haupt neigte, und starb! Denket,saget, wie wäret ihr an Leib und Seele von diesemAnblicke durchschaudert worden; Schmerzen, fühlbareSchmerzen der Reue über euere Sünden, tiefeEhrfurcht vor Jesus, Liebe gegen den sterbenden,für uns sterbenden Jesus würde euer Herz euereganze Seele erfüllet haben. Christen, liebste Brü-der! wir sind gegenwärtig bey diesem Opfer, unserGlaube versichert uns davon; der nämliche Jesus,der am Kreuze blutete, opfert sich für uns un-blutiger Weiſe auf unſeren Altären; ſein Blutver-eßen, ſein Sterben wird uns durch die zweyerleyGestalten des Brodes und des Weines dargestellt,
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Vierte Rede bey dem eilfhundertjährigen Jubelfeste des heiligen Bischofes Suitbertus, Apostels hiesiger Gegend und der benachbarten Länder : Vortr. d. 9. des Monats Julius 1817 in d. Pfarrkirche zu Kaiserswerth
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