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im April 1736 eine gefährliche Krankheit, von welcher er sich dem Anscheinenach erholte, aber am Morgen des 21. April wurde er in seinem Bette todt ge-funden. Er war damals 72y 2 Jahre alt. Sein Tod erweckte allgemeinen undtiefen Schmerz, weil sein Verlust für Oesterreich, wie der Turenne's für Prank-reich, unersetzlich war. Sein Leichnam wurde auf Befehl des Kaisers inGegenwart des ganzen Hofes und aller Chargen im Stephansdom zu Wienfeierlich bestattet nnd über seinem Grabe ein Mausoleum aus Marmor errichtet.
Nachdem wir sein Leben und seine Waffenthaten beschrieben, wollen wirüber ihn als Feldherrn und über die Art und Weise seiner Kriegführungskunstein Urtheil fällen.
Im Alter von 20 Jahren (1683) Officier und nach einem halben JahreObrist und Regiments-Commandeur, im 23. Lebensjahre (1686) Generalmajor,im 25. (1688) Feldmarschall-Lieutenant, im 30. (1693) Feldmarschall undvom 34. bis zum Ableben im 73. Lebensjahre (1697—1736) Obercomman-dirender selbstständiger Armeen, dies war der Gang der 52jährigen militäri-schen und kriegerischen Laufbahn des Prinzen Eugen von Savoyen. Dasgrosse Glück einer ungewöhnlich hohen Stellung, sein Schicksal, der Zufallund die Umstände könnten bei oberflächlicher Betrachtung als der Grund einerso glänzenden Laufbahn erscheinen. Aber dem ist nicht so: Glück, Schick-sal, Zufall, Umstände u. s. w. sind ohne eigenen persönlichen Antheil an demVerdienste — kein Verdienst, kein Maassstab für den Werth des Menschen,sondern dazu dient nur dasjenige, was er persönlich dazu beigetragen, wodurcher sowohl das Glück als das Schicksal und die Umstände für sich gewonnen,wodurch und wie er es verstanden, diese zu benutzen. Und in dieser Hinsichtgebührten alle Verdienste des Prinzen Eugen vollständig und unbedingt nur ihmpersönlich, und nur ihm allein: nicht nur die feurige, kühne, an Tollkühnheit gren-zende Tapferkeit im Kampfe in den ersten zehn Jahren seines Kriegsdienstes, son-dern früher und am meisten sein mächtiger Wille und dann in Verbindung mit dem-selben sein Verstand, seine hohe geistige, moralische Begabung und seine ebenso hohe Bildung. Ein auf so fester Grundlage liegender Kuhm kann nicht andersals dauerhaft und wirklich verdient sein und weder durch Schicksal, Zufall,Umstände und noch besonders durch dasjenige, was wir Glück zu nennen ge-wohnt sind, erschüttert werden.
Die allerersten Lebensjahre des Prinzen Eugen und die Umstände, unterwelchen sie dahin flössen, haben bedeutend zur ungewöhnlichen Entwickelungund Stärkung seiner Willenskraft beigetragen. Trotz seines schwächlichenKörperbaues und seiner (ihm allerdings nicht zusagenden) Bestimmung zumgeistlichen Stande, beschloss er fest die militärische Laufbahn zu wählen, undtrotz aller Hindernisse, Schwierigkeiten, Hohn und Beleidigungen, erreichte ersein Ziel und bewies schon im ersten Jahre, wer und was er war. Die Gnadedes Kaisers half ihm schnell vorwärts, aber nicht umsonst und nicht ohneGrund : die ganze Armee, von den höchsten bis zu den niedrigsten Chargen,