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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 2 (1874) Kriege der II. Hälfte des XVII. und I. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts : 1648 - 1740
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148 Beilagen.

seiner der Oberbefehl über die französische Armee in Italien anvertraut. Hierhat er nicht ohne Geschick und Kuhm gegen den Prinzen Eugen von Savoyenoperirt, und unter anderem lieferte er am 15. August 1702 gegen ihn eineSchlacht bei Luzzara im Herzogthum Mantua. Wenngleich diese Schlachtkeine entscheidenden Eesultate ergab , so erfüllte im Frühjahre 1703 Vendömedoch geschickt und erfolgreich den ihm gegebenen Auftrag, aus Italien überTirol nach Baiern zur Vereinigung mit den bairischen Truppen vorzudringen.Er kam wohlbehalten bis Trient, aber weiter zu marschiren hinderte ihn dertapfere und hartnäckige Widerstand der Tiroler. Darauf schlug und ent-waffnete er die Truppen des Herzogs von Savoyen, der unerwartet Frankreichden Krieg erklärt hatte, eroberte einige Festungen in Savoyen und belagerteTurin, wurde aber in die Niederlande abberufen, um die Fehler des MarschallsVilleroi, welche die Niederlage der französischen Armee bei Ramillies herbei-geführt hatten, wieder gut zu machen. Vendöme musste sich zuerst damit be-gnügen , dass er es durch geschicktes Manövriren dahin brachte, dem weiterenVordringen des Herzogs von Marlborough Grenzen zu setzen. Im Jahre 1708eroberte er Gent, Brügge und andere Festungen in Flandern und Brabant.Bald darauf aber wurde er unter den Oberbefehl des Herzogs von Burgundgestellt und die zwischen ihnen entstandenen Misshelligkeiten waren der Grundzur Niederlage ihrer Armee bei Oudenaarde am 11. Juli 1708, einer Nieder-lage, die hätte vermieden werden können, wenn der Herzog von Bourgogne aufden vernünftigen Bath Vendöme's gehört hätte. Durch den damaligen Ein-fluss der Frau von Maintenon auf Ludwig XIV. erhielten ihre Günstlinge, diedurchgängig schlechte Generäle waren, den Oberbefehl über die französischeArmee, und die bessern wurden nur herangezogen, um die Fehler und das Miss-geschick der Ersteren wieder gut zu machen, und dann entlassen. So geschahes auch mit Vendöme, der, aus der Armee abberufen, zwei Jahre in Unthätig-keit verbrachte. Als aber in Spanien die Angelegenheiten Philipp's V. in eineschlechte Lage geriethen, baten die Spanier Ludwig XIV., ihnen Vendöme zusenden.

Seine Ankunft in Spanien begeisterte sie aufs Neue, und indem er denallgemeinen Eifer benutzte, sammelte er bald eine Armee, führte im Decemberdes Jahres 1710 Philipp V. nach Madrid, zwang am 7. December den eng-lischen General Stanhope bei Brihuega die Waffen zu strecken, und erfocht am10. December einen vollständigen Sieg über den österreichischen GeneralStarhemberg bei Villa Viciosa. Das Resultat dieser Erfolge Vendöme's war,dass alle Eroberungen, welche die Verbündeten in diesem Jahre in Spanien ge-macht hatten, verloren gingen und Philipp V. sich auf dem Throne Spaniensbefestigte. In den folgenden Jahren 1711 und 1712 operirte Vendöme mitErfolgin Catalonien, wo er im Jahre 1712, 58 Jahre alt, starb. Er wurde im Es-curial beerdigt. Unstreitig war er einer der besten Generäle in den Kriegenam Ende des 17. und zu Anfang des 18. Jahrhunderts, stand über den eng-