1 1 0 II. Die Kriege am Endo des 17. und am Anfange des 18. Jahrhunderts,
30,000 Mann Infanterie und 2000 Mann Reiterei. Die Streitkräfte Phi-lipp's V. hingegen verringerten sich bedeutend, weil Ludwig XIV. zurVerteidigung seiner eigenen Grenzen gezwungen war, aus Spanien allefranzösischen Truppen zurückzuberufen. Die Stärke der spanischenTruppen am Anfange des Jahres 1710 belief sich auf ungefähr 130 Ba-taillone und 150 Escadronen. Von diesen Truppen sandte Philipp V.20 Bataillone und 30 Escadronen gegen die Portugiesen nach Estrema-dura, sowie 14 Bataillone und 15 Escadronen nach Andalusien, besetztemit einem Theile der Truppen andere Gebiete und entschloss sich, mitden übrigen 40 Bataillonen und 60 Escadronen gegen Catalonien zuoperiren.
Nach einigen von beiden Seiten ausgeführten Märschen, die grössten-tlieils die Verwüstung des Landes zum Zweck hatten, concentrirte Sta-rhemberg seine Armee, entschlossen nach Madrid zu gehen und sich mitden Portugiesen zu vereinigen, ging zu Balaguer über den Fluss Segre,marschirte zum Fluss Noguera, schlug den Feind im Avantgardengefechtin der Nähe von Almenara und zwang ihn, sich in Unordnung nachLeridazurückzuziehen. Die Armee Philipp's V. war in so grosser Verwirrung,dass sie leicht hätte vernichtet werden können. Statt unter den Mauernvon Lerida die gänzliche Niederlage der Armee herbeizuführen, bliebStarhemberg zwei Wochen in Unthätigkeit. Darauf liess er 2000 Mannzurück, um seine Communicationen zu sichern, und marschirte selbst mit24,000 Mann nach Saragossa. Aber Philipp V. kam ihm zuvor undstellte sich auf dem rechten Ebroufer auf. Starhemberg ging bei Piviaauf einer Pontonbrücke gleichfalls über den Ebro, griff die 17,000 Mannstarke spanische Armee an und schlug sie gänzlich. Der Rest derselben,kaum 9000 Mann stark, concentrirte sich zuerst auf Tudela und dannüber Aranda und Valladolid nach Salamanca zu, das der eben erst ausFrankreich angekommene Vendömeals Sammelplatz für die neu zu orga-nisirende Armee Philipp's V. bestimmt hatte, indem er mit derselben nachAlmaraz am Tajo zu marschiren beabsichtigte, um dort die VereinigungStarhemberg's mit den Portugiesen zu verhindern.
Unterdessen marschirte der Erzherzog Karl nach dem Siege bei Sa-ragossa, einzig aus Prahlerei, dem Rathe Starhemberg's zuwider, nachMadrid, eroberte es, sowie auch Toledo, schwächte sich aber durch Bil-dung vieler Detachements und liess Vendöme. Zeit, sich eine neueArmee zu organisiren. Vendome fing damit an, dass er kleine Reiter-Detachements auf die Communicationen des Gegners mit Saragossa ab-sandte und ihm somit die Proviantzufuhr abschnitt, so dass in der feind-lichen Armee und in Madrid selbst Hungersnot!) ausbrach. Darauf führteVendome, dessen Heer sich auf etwa 27,000Mann belief, einen geschick-ten Marsch nach Almaraz aus, von wo aus er einen grossen Theil seiner