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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 2 (1874) Kriege der II. Hälfte des XVII. und I. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts : 1648 - 1740
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108 II- Die Kriege am Ende des 1.7. und am Anfange des 18. Jahrhunderts.

zündete in ganz Spanien den Bürgerkrieg-, belagerte und eroberte Bar-celona, das gleich darauf die Franzosen ihrerseits belagerten. Der An-fang des Feldzuges im Jahre 1706 zeichnete sich durch wichtige Erfolgedes Erzherzogs Karl aus; die Franzosen waren gezwungen, mit grossemVerluste die Belagerung von Barcelona aufzuheben, die verbündete eng-lisch-portugiesische Armee unter dem Befehle Galway's aber eroberteviele Festungen, sogar Madrid, und unterwarf dem r Erzherzoge Karldas ganze mittlere Spanien. Später aber waren Langsamkeit und Un-entschlossenheit in den Operationen Galway's die Ursache, dass Ber-wick ihm Madrid fast ohne Kampf wegnahm und ihn aus dem ganzenmittleren Spanien verdrängte. Ungeachtet dieses Missgeschickes hatte derErzherzog Karl im Anfange des Jahres 1707 noch die Provinzen Cata-lonien, Aragonien und Valencia inne und in denselben an Truppen gegen15,000 Mann unter dem Befehle Galway's. Die von Berwick be-fehligte französische Armee war gegen 38,000 Mann stark; ausserdemmarschirten noch 14,000 Mann aus Frankreich über Navarra zu seinerVerstärkung heran. Im Monat April concentrirte Galway in der Pro-vinz Valencia 33,000 Mann, aber da es ihm nicht gelang, die Franzosenbei Chinchilla zu überrumpeln, zog er sich zurück und belagerte diekleine Festung Villena, in der nicht mehr als 200 Mann in Garnisonlagen. Berwick rückte unverzüglich mit 33,000 Mann nach Almansaund bedrohte somit die Communication des Feindes mit Barcelona; imNorden aber, in Navarra, rückten 4000 Mann französischer Truppennach Tudela vor. Galway, der die Notwendigkeit einen Kampf auf-zunehmen einsah, marschirte sofort nach Almansa und stellte hier seineTruppen in zwei Linien auf, in ihnen Reitergeschwader zwischen denInfanterie-Bataillonen. Berwick stellte die französische Armee ebenfallsin zwei Linien auf, aber die Infanterie befand sich hier im Centrum, dieReiterei an den Flanken. Galway begann den Angriff mit seiner ganzenersten Linie, wobei die ßeitergeschwader die Bataillone der Infanterieüberflügelten und, von der gesammten französischen Beiterei angegriffen,zwei Mal geworfen wurden, aber jedesmal Schutz unter dem Feuer ihrerInfanterie fanden. Endlich verstärkte Berwick seine beiden Flügeldurch Infanterie , aus der zweiten Linie genommen, stellte zum drittenMale seine Reiterei auf, warf den linken feindlichen Flügel, und indemer den Umstand benutzte, dass das feindliche Centrum, nachdem es diefranzösische Infanterie zurückgedrängt, sich vorgeschoben und von sei-nem rechten Flügel getrennt hatte , griff er denselben in der Flanke, imRücken der feindlichen Armee mit der Reiterei seines rechten Flügels anund entschied dadurch den Sieg zu Gunsten der Franzosen. Galway wargänzlich geschlagen, verlor gegen 5000 Mann an Todten und 10,000Mann an Gefangenen, die ganze Artillerie und Bagage und war genöthigt,