2. Die Art der Kriegführung in dieser Periode. 35
Wie oben (§. 6) gesagt, hatten die Eegierungen bedeutenden undunmittelbaren Einfluss auf die Leitung der Heere, ihre Operationen unddie Führung des Krieges.
Die glänzenden, wichtigen und dauerhaften Resultate, die GustavAdolph durch seine Handlungsweise in Deutschland erlangte, erweckteneine gerechte Bewunderung derselben, sowie das allgemeine Bestrebenihnen nachzuahmen.
Die falsche Deutung, die man den Ursachen dieser Erfolge gab,führte zu falschen Resultaten. Nicht darauf achtend, dass mit Ver-änderung der Umstände auch die Art und der Charakter der Handlungs-weise Gustav Adolph's sich veränderte, suchte man den Grund der vonihm erlangten Resultate einzig in der Langsamkeit, Vorsicht und syste-matischen Genauigkeit seiner anfänglichen Operationen bis zum Ueber-gang über die Elbe. Um den von ihm erlangten Resultaten ähnliche zuerreichen, glaubte man, dass es hinlänglich sei, immer und unter allenUmständen, gleich ihm, wie er es zeitweise bis zur Ueberschreitung derElbe gethan, zu handeln, indem man sich nämlich allmälig in der besetz-ten Landstrecke befestige, sich durch die Besetzung der Festungen undwichtigsten Punkte von allen Seiten sichere, das Heer aus Magazinenverproviantire, seine Communication mit den letzteren decke, sorgsamden Kampf vermeide und nur den kleinen Krieg führe u. s. w.
Alle diese Ursachen zusammen, in Vereinigung mit dem Umstände,dass während der Kriege jener Zeit die bedeutendsten Operationen vor-züglich in den Niederlanden und an der Grenze des nördlichen Frank-reichs stattfanden, eines Landstriches, der mitFestungen besäet und voneiner Menge von Flüssen, Sümpfen, Wäldern u. s. w. durchschnitten ist,führten allmälig zum Methodismus im Kriege, der den Kriegen zu Endedes 17. und am Anfang des 18. Jahrhunderts einen besonderen Charaktergab. Seine hervorragendsten Züge waren: die Bedeutung der Festungen,der Magazine, die Communication der Heere mit ihnen, die Sicherung dereigenen und Operationen gegen die feindlichen, Manövriren, natürlicheund künstliche Hindernisse, die Unbedeutendheit entscheidender Opera-tionen im Allgemeinen und des Kampfes insbesondere.
§. 10.Festungen und Magazine.
Die eigenen Festungen waren wichtig, weil in ihnen die Niederlagendes Kriegs- und Proviantbedarfs errichtet wurden, die feindlichen da-gegen, um bei Besetzung des Landes in ihnen neue Niederlagen anzulegen.Als eine Unmöglichkeit betrachtete man es, feindliche Festungen zuumgehen, ohne sie zu cerniren oder wenigstens vor ihnen einen Theilder Truppen zurückzulassen, um durch sie die Garnison derselben von
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