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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 2 (1874) Kriege der II. Hälfte des XVII. und I. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts : 1648 - 1740
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18 II. Die Kriege am Ende des 17. und am Anfange des 18. Jahrhunderts.

bis 3000 Mann). Turenne theilte die französische Infanterie in Brigaden,die gewöhnlich ans zwei Regimentern bestanden.

§.3.Die Eeiterei.

Die Bewaffnung der Reiterei wurde in eben dem Maasse leichter ge-macht und vervollkommnet, wie die der Infanterie. Bei der leichtenReiterei verschwanden die Schutzwaffen gänzlich, bei der schwerenblieben nur Helme und Kürasse, die aber auch meistens aus Leder ange-fertigt waren. Die Harnische der Pferde wurden gänzlich abgeschafft.Alles dieses machte die Reiterei leichter und beweglicher. LangePistolen, Karabiner und Musketons bildeten die Schusswaffen der Rei-terei, Pallasche und Säbel die kalte Waffe. Die Flinten, mit welchenman die Dragoner bewaffnete, waren etwas länger als die der übrigenReiterei und wurden, nach Einführung des Bajonnets, nach dem Musterder Infanterie - Gewehre verfertigt.

Die Reiterei bestand im Allgemeinen aus Kürassieren, Dragonernund leichter, grösstentheils irregulärer Reiterei. Die Dragoner hattenüberall dieselbe Einrichtung. Ihre Anzahl vergrösserte sich allmälig,besonders in Frankreich. Man glaubte hierdurch das beste Mittel, dieVertheidigungsfähigkeit der Heere zu vergrössern, gefunden zu haben.Ludwig XIV. formirte '1676) reitende Grenadiere (eine Art leichterReiterei) und Karabiniere (eine Art reitender Schützen); die Ersterenwurden der königlichen Garde (la maison du roi) zugezählt und die Letz-teren zu zwei Mann jeder reitenden Compagnie. In der Folge wurdenaus den Karabinieren besondere Escadronen gebildet, wie auch aus vierEscadronen bestehende Brigaden. Nach dem Beispiele der Franzosenwurden auch im schwedischen und österreichischen Heere reitende Grena-diere und Karabiniere formirt, desgleichen später in anderen Heeren.Im österreichischen Heere wurde jedem Reiterregiment eine CompagnieKarabiniere zugetheilt, wogegen in anderen Heeren ganze Karabinier-Regimenter gebildet wurden. Im sächsischen Heere entstanden 1733reitende Jäger, die in der Folge zu Dragonern umformirt wurden.Husaren, die schon von Alters her im österreichischen Heere unter demNamen Kroaten bestanden, wurden in Frankreich (gegen das Ende des17. Jahrhunderts) formirt, späterhin auch in anderen Staaten; dochbildeten sie überall nur die irreguläre Reiterei.

Die taktische Einheit der Reiterei bildeten in einigen Armeen dieEscadronen, in anderen die Compagnien. Die Stärke der Escadronenund reitenden Compagnien war sehr verschiedenartig und wurde oft ge-ändert. Bei den Franzosen erhielt die Reiterei nach Aufhebung derOrdonnance - Compagnien (1660) eine neue Einrichtung. Die Escadron