62 I- Bis zum Tode Karl's d. Gr. (814).
Letzteren, alle diese leeren äusseren Formen ohne den erforderlichenGeist Nichts waren als ein Körper ohne Seele«.
II. Die Völker slawischer Abstammung.
§. 15.Ihre Uebersiedelung.
Als zu Ende des 5. Jahrhunderts n. Chr. die allgemeine Völker-wanderung der germanischen Stämme des östlichen Europa's und mitt-leren Asiens gegen das ost- und weströmische Keich hin mit der Zerstörungdieser Reiche und der Gründung germanischer Staaten in deren Provinzenabgeschlossen hatte, erschien Europa in zwei ungleiche Hälften zwischenVölkern von zwei vollkommen ' verschiedenen Stämmen getheilt. DieGrenzlinie bildeten die Flüsse Elbe und Saale und der Böhmer Wald biszur Donau. Westlich davon sassen die Völker germanischen Stam-mes, östlich zum Ilmensee, Wolchow, den Quellen desDnjepr, der west-lichen Dwina und Wolga, und von der unteren Donau und dem schwarzenMeere bis zum baltischen hin das aus zahlreichen Stämmen bestehendeVolk der Slowenen oder Slawen, welche jetzt zum erstenmale unterihrem eigentlichen Namen auf dem Schauplatze der Geschichte auftreten.Ihre verschiedenen Stämme hatten sich auf diesem ganzen weiten Gebieteniedergelassen, die einen im Westen, die andern im Osten, die dritten imSüden, sie sind deshalb auch in der Geschichte unter dem NamenWest-, Ost- und Süd-Slawen oder Slowenen bekannt. Früherals alle übrigen wurden von diesen die Süd-Slawen in der Geschichtebekannt, später die West- und Ost-Slawen. Ihre Uebersiedelungsetzte sich noch während ganzer 2 Jahrhunderte (dem 6. und 7.) fort, bissie zu Ende des 8. Jahrhunderts ihren definitiven Abschluss fand.
So erscheinen die Süd-Slawen zu Ende des 5. Jahrhunderts aufdem linken Ufer der unteren Donau und lassen, nach Ueberschreitungderselben, im 6. Jahrhundert sich in Mösien, Thracien, Macedonien,Epirus, dem eigentlichen Griechenland, dem Peloponnes (slaw. Morea)und den an die Alpen grenzenden Ländern nieder. Mehr und häufigerals die übrigen nennen sie sich mit ihren eigenen Namen Slowenenoder Slowenzen. Ihre Hauptstämme sind: dieWeiss-Chorwaten,Serben und Slowenzen, die kleineren: Branitschewzen, Dra-gowitschen, Sakulaten, Bersaken, Wageneten, Wjelego-sten, Miltschanen, Jeseritschen u. A.
Die We st-Slawen, unter dem allgemeinen Namen Venederoder Veneter, Wenden, auf dem rechten Ufer der Albis (Elbe) und