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Nr. 198.
Der kaiserliche Hofrichter Graf Emich von Lehmigen erlässt ein frei-sprechendes Urtheil zn Gunsten des Juden Vifes und der JüdinRechlein. — Prag, 1394, 27. November.
Wir Emich graf zu Linnigen bekennen und tun kunt offenlich mit 1394disem brief allen den, die in sehen oder hören lesen, das wir zu ge-richte sassen an stat des allerdurchlewchtigisten fursten und herenhern Wenczeslaws, Romischen kunigs, zu allen zeiten merers des reichsund kunigs zu Behem, zu Prag in desselben unsers heren des kunigshof, der gelegen ist by sant Benedicten pfarrkirchen, und das für unsquam daseibist in gerichte Johannes von Kirchen, des egenanten unsersheren des kunigs hofgerichtes schriber, und legt uns vur mit synemfursprechen, wie das Vifes iude, Schafs eydem von Gulch, gesessen zuKöln, und Rechlein iudinne, Schafs wive von Gulch, von wegen desegenanten unsers herren des kunigs für das vorgenante hofgerichtegeladen weren; nu hetten derselb unser herre der kunig noch nymant •von sinen wegen zu disem mal zu den egenanten iuden ind iudinnennichtz zusprechend und wer ouch nymant da gegenwortig, der zu inichtz sprechen oder clagen wolt, und bat uns darumb mit synem fur-sprechen zu fragend einer urteyl, seyddemmal das in nymant zuspreche,ob die egenante ladung echt, billich und zu recht absin und in diefurbassmer chein schad sin, noch keinerley gerichte, als von derselbenladung wegen, uff sy gen oder getriben werden soit, in dehein wise,das ward im alles erteylt mit gemeyner volg und urteyl, uff deneyde. Mit urkund ditz briefs versigelt mit desselben hofgerichtesauffgedrucktem insigel.
Geben zu Prag, des frytags nach sant Catherinen tag, nachCrists geburt drewzehenhundert iar und darnach in dem vierund-neuntzigisten iare.
Joh. de Kirchen.
Nach dem Original im Stadtarchiv. Das von aussen aufgedruckte Siegel ab-gefallen. In dorso: eyne quytseheldinge eyner ladinghe van dem hoefferichter upzwen Juden, bürgere zu Coelne.