344 HI. Ottonen. § 3. Gandersheim. Quedlinburg.
beiten. Zugleich artet die Sprache häufig in unerträgliche Schwül-stigkeit aus, wodurch vollends alles Ebenmafs verloren geht. Dochmüssen wir diese Jahrbücher zu den bedeutenderen Erscheinungender Historiographie zählen, und sachlich sind sie vom höchstenWerthe, ihr plötzliches Abbrechen mit dem Jahre 1025 läfst einesehr empfindliche Lücke zurück. Ob sie viel weiter gereicht haben,ist sehr zweifelhaft 1 ); uns ist nur eine Abschrift aus später Zeit er-halten, und der gänzliche Verlust, der hier so leicht erfolgen konnte,legt den Gedanken nahe, wie manche andere Aufzeichnung derArt spurlos verschwunden sein mag. Namentlich läfst sich dasmit Sicherheit von Halberstadt annehmen, wo gewifs auch ge-schichtliches geschrieben wurde. Hier war 840 bis 853 HaimoBischof, ein Schüler Alcuins, Hrabans Freund, ein sehr gelehrterund fruchtbarer theologischer Schriftsteller, der unter anderm ausRufins Kirchengeschichte einen Auszug in zehn Büchern verfafste;doch ist es zweifelhaft, ob diese Schriften ihm mit Recht zuge-schrieben werden 2 ). Von ihm gab es eine Biographie, aber leiderist nur ein kleines Fragment davon erhalten 3 ). Der Verfasser,Rochus, war jedoch Mönch im Kloster Ilsenburg, welches erst 998gegründet ist, und schrieb also mindestens anderthalb Jahrhundertenach dem Tode des Bischofs. Auf den wegen seiner Frömmigkeitsehr verehrten Bischof Bernhard (924 bis 968) folgte (968 bis 996)Hildeward, welcher in St. Gallen höhere wissenschaftliche Aus-bildung erhalten hatte. Wir besitzen von ihm einen Brief an denBischof Adalbero II von Metz (984 bis 1005)*), worin er, eingedenkder mit seinem Vorfahr Dietrich geschlossenen Verbrüderung, ihmein Buch, um welches er gebeten hatte, überläfst, zugleich aberbittet um ein Theilchen von dem Blute des h. Stephan, und umReliquien der h. Glodesinde „quatenus pietas divina, quae aliis inGallia Hunorum devastatione pereuntibus vestram horum interventucivitatem protexit, nos etiam eorundem precibus a prevalidis Scla-vorum, quibus undique premimur, infestationibus omnibusque periculis
') H. Pabst de Ariberto p. 10 suchte in Uebereinstimmung mit Waitzund Koepke aus Annalista und Chronographus Saxo Forts, bis 1030 nach-zuweisen, aber diese Nachrichten werden jetzt für die Ann. Hild. majoresin Anspruch genommen. Dafs 1034 nicht dazu gehört, zeigt Steindorff,Forsch. VI. 493.
2 ) Hauck II, 597, Anm. 3. Traube, Poet. Lat. III, 422, Anm. 4. DerLehrer Heirichs von Auxerre kann er nicht gewesen sein.
3 ) Archiv XI, 285. Schon Leibniz hatte es Papebroch mitgetheilt,s. Lucä, Der Chronist Fr. Lucae, S. 294.
. ■>) Labbe, Nova Bibl. MSS. I, G82.