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1 (1893)
Entstehung
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342
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342 III. Ottonen. § 3. Gandersheim. Quedlinburg.

hardschen Annalen, den Corveyer und Reichenauer, Notizen ausGandersheim und von 781 an aus einer verlorenen HalberstädterChronik vermehrt und bereichert wurden '); den Eingang bildete hier,wie bei Lambert, ein mageres Excerpt der Weltgeschichte, welcheam Anfang der Hersfelder Annalen stand: von 708 an beginnt erstdie annalistische Form. So wurde, als Heinrich II schon König warund Otto's III Schwester Adalheid dem Stifte vorstand, eine Com-pilation verfertigt, welche unter dem Namen QuedlinburgerAnnalen noch zum Theil erhalten ist 2 ).

Der Verfasser wird einer der zahlreichen Geistlichen gewesensein, welche den Gottesdienst versahen oder als Kapläne der Aeb-tissin zur Seite standen. Ihm lagen, als er seine Arbeit unternahm,die Thaten der Frankenkönige und Einhards Leben Karls vor; auchWidukinds Werk kann ihm nicht unbekannt gewesen sein. Alleiner machte keinen Versuch, nach der Weise dieser Vorgänger dieGeschichte der Vorzeit darzustellen, sondern schlofs sich einfach derbequemen Form der Hersfelder Annalen an, von welchen er einExemplar mit der Fortsetzung bis 990 besafs. Diese excerpirte erin sehr roher Weise, und vermehrte sie wiederum mit zahlreichenZusätzen, aber es kam ihm doch nicht in den Sinn, auch eine inner-liche Verknüpfung zu erstreben.

Auch hier finden wir Stücke aus der alten Heldensage, die zumTheil mit Widukinds Erzählung übereinstimmen, aber sie sind hiernur ganz äufserlich eingeschoben. Es fällt darunter vorzüglich (S. 31)eine Bemerkung über Dietrich von Bern auf, de quo cantabant rusticiolim, was zum elften Jahrhundert schlecht pafst, und eine lange Er-zählung vom Thüringerkriege, welche ganz aus dem Charakter desübrigen Werkes heraustritt. Hiervon hat nun L. Hoffmann 3 ) nach-gewiesen, dafs weder Ekkehard noch der Sächsische Annalist undChronograph sie in ihrem Exemplar gelesen haben, dafs dagegen derVerfasser des Chronicon ducum Brunsvicensium sie gekannt hat.Wenn nun, wie man vermuthet, dieser sie aus den Nienburger An-nalen entnommen hat, so mufs sie im 12. Jahrhundert vorhanden

>) S. Lorenz S. 26—32.

2 ) MG. SS. III, 22—90. Es gibt nur eine Hs. aus dem 16. Jahrh.mit Lücken von 875—909 u. von 962—983. Uebersetzt (von 984 an) vonEd. Winkelmann, 1862; 2. Aufl. 1891, Geschichtschr. Bd. 36 (X, 9). Vgl.Lappenberg im Archiv VI, 635—653. Waitz S. 686—688. W. v. Giese-brecht, Geschichte der Kaiserzeit I, 784. II, 557. Sprachliche AnklängeNA. XII, 592.

3 ) Jahresbericht über die höhere Bürgerschule zu Rathenow (1872):Zur Geschichte des alten Thüringerreiches. Von Dr. L. Hoffmann. Uebers.dieses Stücks in der 2. Ausg. des Widukind, S. 127—130.