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1 (1893)
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340
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340 IU- Ottonen. § 3. Gandersheim. Quedlinburg.

wie denn häufig in damaliger Zeit zum geistlichen Stande bestimmteKnaben die Anfänge des Unterrichts von den Frauen ihrer Familieerhielten 1 ). Wir haben schon oben (S. 321) der gelehrten NonneHazecha gedacht, von welcher es fast den Anschein hat, als ob sieder Studien wegen sich in Speier aufgebalten habe.

Die bedeutende Stellung, welche die Aebtissin von Quedlinburgim Reiche einnahm, besonders als Otto III ihr während seines Römer-zuges die Verwaltung der Geschäfte übertrug, konnte nicht fehlen,hier das Bedürfnifs nach geschichtlichen Aufzeichnungen hervorzu-rufen, so wie an Nachrichten hier kein Mangel sein konnte.

Verschiedene Jahrbücher hatte man zu diesem Zwecke zur Ver-fügung; als bequemste Grundlage aber erwählte man die HersfelderAnnalen. Diese sind uns in ihrer ursprünglichen Gestalt nichterhalten, aber, während locale Nachrichten die Herkunft feststellen,durch wörtliche Uebereinstimmung als gemeinsame Quelle zu erkennenbei dem Hersfelder Mönch Lambert, in den Annalen von Hildesheim,Quedlinburg und Weifsenburg, welche deshalb von Pertz bis 984neben einander abgedruckt sind 3 ). Als fünftes Exemplar kommendie sog. Annalen von Ottobeuern hinzu, welche hessischer Herkunftsind; als sechstes die Altaicher. In den Annalen von Fulda (S. Bonifacii),Lobbes, Ellwangen, Münster im Gregorienthai, bei Marianus Scotus,beschränkt sich die Uebereinstimmung auf den fast werthlosen älterenTheil und wird nur auf Benutzung derselben Fulder Grundlageberuhen, deren wir oben (S. 241) gedachten.

"Wie man nun auf Grundlage dieser Compilation, nebst einigenNotizen aus älterer Zeit, die am Rande der Ostertafel vorhandensein mochten, sie fortsetzend das so weit verbreitete Annalenwerkaufgebaut hat, das ist eine schwierige Frage, welche den Scharfsinn

') Auch der Pole Sbignew wurde um 1090 (adultus iam aetate) vonder Herzogin Judith, seiner Stiefmutter, nach Sachsen geschickt, um ineinem Nonnenkloster seinen Unterricht zu erhalten. Chron. Pol. II, 4,SS. IX, 446.

2 ) MG. SS. III, 22-66. Vgl. Waitz im Archiv VI, 663—688. InWeifsenburg schliefst sich eine selbständige locale Fortsetzung 985—1075.1087. 1147. an, S. 70—72. Andere kurze Ann. Weissenburgenses 763—846,MG. I, 111 aus dem Cod. Weissenb. 81 in Wolfenbüttel, aber ohne Be-ziehung auf das Kloster, dagegen mit Hervorhebung des B. Drogo vonMetz. Berichtigungen von Mone nebst kalendarischen WeifsenburgerNachrichten aus derselben Handschrift in der Zeitschrift für Geschichtedes Oberrh. XIII, 492. Catal. abb. SS. XIII, 319. Bücherverzeichnifs unterAbt Folmar (f 1043) e cod. Weifs. 30 bei Knittel, Ulphilae Fragmentap. 243—245; der ausgeliehenen p. 246 e cod. 35; dieses berichtigt beiKelle, Otfrid, II, p. XVI. Becker, Catalogi S. 37 u. 133. Recht unbe-holfene Schulverse aus Weifsenburg saec. X. hat Dümmler herausgegeben,.Zeitschr. f. D. Alt. XIX, 115—118.