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1 (1893)
Entstehung
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307
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Monte Cassino. Neapel. 307

des Klosters und der Fürsten von Benevent aufgezeichnet 1 ), -welchebis 872 und in den Regententafeln auch -weiter reichen, gesammeltvom Abt Johannes (914934) und deshalb auch von Leo nachihm benannt. Die Nachrichten sind materiell für uns sehr wichtig,aber die Form ist in hohem Grade roh und mangelhaft 2 ). Im Jahre883 wurde, wie schon früher St. Vincenz am Volturno, so auchMontecassino von den Sarazenen verwüstet, und die Cassinesenflüchteten nach Capua; hier schrieb Erchempert eine Geschichteder langobardischen Fürsten von Benevent seit Arichis 3 ), an dasWerk des Paulus Diaconus und dessen Cassineser Fortsetzung 4 ) an-knüpfend, bis zum Jahre 889. Die weitere Fortsetzung ist verloren.In schlichter und zuverlässiger Erzählung berichtet er von denSchicksalen dieser Lande, von den Kriegen, durch welche sie ver-heert wurden, und den Verwüstungen der Sarazenen; sein eigenesUrtheil über die Anstifter des Uebels hält er nicht zurück, sondernspricht es häufig mit biblischen Worten aus. Die feinere karolin-gische Bildung ist ihm fremd, aber seine Sprache ist doch reiner,als wir sie sonst bei den Italienern dieser Zeit zu finden gewohntsind, und sein Werk zeichnet sich daher sehr vortheilhaft aus. DerSalernitaner Chronist, Johann von St. Yincenz, und Leo von Ostiahaben ihn gekannt und benutzt.

In Neapel versuchten sich verschiedene Verfasser an einerBisthumsgeschichte. Von einem wohlbelesenen Geistlichen, der nochdem achten Jahrhundert zugerechnet werden kann sein Werk istnoch in Uncialschrift abgeschrieben, wurden die dürftigen Notizendes alten Cataloges durch Auszüge aus den römischen Pabstleben,Paulus Diaconus u. a. angeschwellt; bis 754 ist die Arbeit erhalten,dann fehlt ein Blatt, und es schliefst sich von 762 beginnend dieFortsetzung des Johannes Diaconus bis 872 an, welcher aus Tra-

') Nach Traube, 0. Roma nob. S. 360 im J. 867 verfafst.

: ) Nach früheren mangelhaften und zerstückten Ausgaben SS. III. u.sonst, als Chronica Sancti Benedicti Casinensis bei Waitz, SS. Ker. Langob.et Ital. p. 467488. Beschreibung der Hs. 353, jetzt 175, Bibl. Casin.IV, 1731, u. v. Bethmann, Arch. X, 389 ff., wo auch von den übrigenGeschichtsquellen des langobardischen Italiens aus dieser Zeit Nachrichtgegeben ist, die sich jetzt bei Waitz gesammelt finden.

3 ) Hysloriola Langobardorum Beneventum degentium ed. Pertz, MG. SS.III, 240264. Vgl. Bethmann S. 374. Als Erchemperti historia Langobar-dorum Benevcntanoru.nl bei Waitz, S. 231264, wo die Sprache nach derursprünglichen Lesart der überarbeiteten Haudschrift fehlerhafter erscheint.Er war vermuthlich der Vf. des S. 61 erwähnten Martyrol. u. eines com-putus von 904 (Arch. VIII, 768).

4 ) SS. Langob. p. 198; sie ist meist den Gestis Pontificum entnommenund von Leo Ost. und im Chron. Vulturn. benutzt.

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