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1 (1893)
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302
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302 II> Karolinger. § 20. Frankreich.

Ferneres, und Haimo, vermuthlich in Auxerre, seine Lehrer, in denVersen, mit welchen er dem Bischof Hildebold von Soissons dieCollectaneen überreichte, die er jenen verdankte, Auszüge aus ValeriusMaximus und anderen Schriftstellern'). Sogar den unsauberen Pe-tronius hat er studiert, und Verse von ihm zum Preise des heiligenGermanus benutzt 2 ). Denn dessen Legende in Verse zu bringen,das war die grofse Aufgabe, welche ihm der jugendliche und früh(865) verstorbene Abt Lothar, Karls des Kahlen Sohn, gestellt hatte,als er eben der Schule entwachsen war. In langer Arbeit hat erdas Werk vollführt, und dem Kaiser Karl (also zwischen 875 und877) mit vielen Lobsprüchen überreicht; hinzugefügt sind zweiBücher in Prosa über die "Wunder des heiligen Germanus, welcheauch geschichtlich brauchbare Angaben enthalten 3 ). Später war erselbst ein gefeierter Lehrer, und hat nach einer Vermuthung vonTraube, der ihn für den Verfasser des bisher dem Helpericus zuge-schriebenen Computus hält, eine Zeit lang mit schlechtem Erfolg inGranfelden gelehrt. Seine ungewöhnliche Gelehrsamkeit hat Heirichauch durch seine in tironischen Noten geschriebenen Bemerkungenzu astronomisch-chronologischen Schriften von Beda und anderenbewiesen, während die kurzen Annalen von 826—875 in derselbenHandschrift wenig Sinn für geschichtliche Aufzeichnungen verrathen*).Doch hat Heirich sich auch an der Geschichte der Bischöfe vonAuxerre betheiligt, die er in Gemeinschaft mit den Domherren Raino-gala und Alagus verfafste, ein Werk, das als einer der frühestenVersuche der Art Beachtung verdient, übrigens aber für die ältereZeit unzuverlässig, für die näher liegende dürftig ist 5 ).

Eine zweite Bisthumsgeschichte haben wir aus Le Mans, wo832—856 Aldrich Bischof war, von vornehmer Herkunft aus Sachsen,

1 ) Mab. Anal. p. 422. Commentar zu Mart. Capella, Bandini II, 538,soll von Remigius sein. Vgl. über Heirichs Gelehrsamkeit auch Prantl,Gesch. d. Logik II, 41—44, vorzüglich aber L. Traube in der Einleitungzur Ausgabe seiner Gedichte, Poet. Lat. III, p. 421 ff.

2 ) Petronius ed. Buecheler, p. XI.

3 ) Labbe, Bibl. I, 531—569. Acta SS. Jul. VII, 221, die WunderS. 255 — 283. Daraus Duru, Bibl. hist. de l'Yonne II (1863) S. 1—248.Ex Heirici Miraculis S. Germani, MG. SS. XIII, 401. Vgl. Dümmler, NA,IV, 529.

4 ) Sickel, Lettre sur un Manuscrit de Melk, Bibl. de l'Ecole des chartes,5 Serie, Tome III, p. 35. MG. SS. XIII, 80.

5 ) Gesta episeoporum Autisiodorensium fortgesetzt bis 1593, bei Labbe,Bibl. I, 411 — 526, neue Ausgabe von Duru, Bibl. hist. de l'Yonne, I,Auxerre 1850. Excerpte MG. SS. XIII, 393; Forts. XXVI, 584. Vgl. P.Roth, Beneficialwesen S. 444—450. Für ihren Werth als gleichzeitigeQuelle im 10. Jahrh. Wold. Lippert, König Rudolf v. Frankr. (Leipzig1886) S. 123.