Druckschrift 
1 (1893)
Entstehung
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292
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292 n. Karolinger. § 19. Baiern und Franken.

Unter den Nachfolgern des ersten Erzbischofs Arn wird Adal-ram (821—836) sehr gepriesen, und Liuphram (836—859) folgteArns Vorgang, indem er durch Abschriften die Bibliothek zu be-reichern bemüht war 1 ). Aus seiner Zeit stammt auch eine Samm-lung, in welcher formelartig zugerichtete Briefe Alcuins, die meistensan Arn gerichtet waren, mit allerlei Versen verbunden sind, nachDümmlers Ansicht für den Zweck des Unterrichts bestimmt 2 ). AmAnfang stehen Verse von Dungal an einen „clarus magister" Baldo,von welchem man in Salzburg auch eine Handschrift hatte mit derInschrift: „Hunc humilis librum fecit perscribere Baldo, Reddat inaeternum mitis cui praemia Christus". Aebnliche Verse finden wirin den Unterschriften der von Liuphram besorgten Bücher. MitDümmler hatte ich diesen Baldo für den Abt Waldo von Saint-Denis gehalten, aber später hat Dümmler sich mit Foltz 3 ) für eineUnterscheidung beider Personen ausgesprochen, wofür sich auchTraube erklärt 4 ), und es wird, wenn Baldo damals in Salzburgthätig war, vielmehr anzunehmen sein, dafs wir unter Dungal nichtden alten berühmten Lehrer (oben S. 153) verstehen dürfen. AuchKönig Ludwig dankte ihm in Versen für übersandte Schriften,wünschte aber über die zuletzt erhaltenen, die er nicht verstehenkönne, Aufschlufs. Andere Stücke jener Sammlung verherrlichen denalten Bischof Virgilius, Arn, Adalram, Liuphram; eine besondereClasse stellt sich uns dar als Inschriften für einen Bischofshof, dervermuthlich damals (zwischen 855 u. 859) in Salzburg gebaut wurde,und erinnert dadurch an die oben S. 266 erwähnten Lütticher Ge-dichte, wie denn auch hier (III, 11) der Dichter sich als einenarmen Fremdling bezeichnet; es liegt die Vermuthung nahe, dafsGenossen jener Lütticher Schottencolonie auf ihrer Reise nach Mai-land in Salzburg einige Zeit sich aufgehalten haben. Die einzelnenSuffragane gaben, wie es scheint, verschiedenen Hallen ihren Namen,deren Wände mit Darstellungen ihrer Bischofsitze geschmückt seinmochten, und hier waren auch Verse über die Folge dieser Bischöfeangebracht, welche aber bei Passau und Saeben nicht vollständigausgeführt sind 5 ).

bis 446, hätte er seine Angaben über Samo nur aus Fredegar geschöpft,ohne locale Tradition.

') S. darüber Karl Foltz, Geschichte der Salzburger Bibliotheken,Wien 1877.

2 ) Beiträge zur Geschichte des Erzb. Salzburg, Archiv der Wiener Ak.XXII, 279—304. Die Verse bei Traube, Poet. Lat. III, 238.

3 ) a. a. 0. S. 13; vgl. Dümmler, Poet. Lat. I, 412.*) 0 Roma nobilis, S. 336.

5 ) Versus de online comprovincialium episcoporum bei Dümmler a. a. 0.