280 H. Karolinger. § 18. Schwaben.
scharfsinnig entwickelt hat 1 ). "Walahfrid bat ihn um bessere Kleidungund um Pergament, da er das "Werk heimlich ausführen müsse; erbat ihn, selbst zu kommen, und Adalgis kam. Unter hartem Drängenvollendete er sein Werk 5 ), in welchem er reichliche Lobsprüche aufHaito, Erlebold und Tatto anbrachte, und übersandte es Grimald.Nach solcher Leistung und mit solchen Fürsprechern wird er nunauch im Kloster, und bei dem Abt, obgleich dieser kein Freundvon Visionen war, mehr Anerkennung gefunden haben. Grimaldhat er auch das anmuthige Gedicht de cultura hortorum gewidmet,und in dem Gedicht de imagine Tetrici (v. 228) feiert er ihn unterdem Namen Homer. Später hat er in Fulda Hrabans Unterrichtgenossen. Im Sommer 829 finden -wir ihn am Hofe zu Aachen;von Kaiser Ludwig, sagt er einmal, sei er „paupere de fovea pro-tractus" 3 ), mag sich das nun auf diese Zeit seines Hoflebens oderauf die Verleihung der Abtei Reichenau 839 beziehen. In Aachenbeschrieb er damals in einem merkwürdigen Gedichte die aus Ra-venna hingeführte Reiterstatue Theodorichs 4 ), der hier als Tyrannaufgefafst wird im Gegensatz zu Ludwig, feiert Hilduin, Grimald,Einhard, widmet aber vor allem dem Kaiser, der Kaiserin Judithund dem kleinen Karl überschwengliches Lob; er wird als Caplander Kaiserin und als Lehrer des kleinen Karl bezeichnet. DeiiRodbern, -welcher 834 dem Kaiser zuerst Nachricht von der inTortona gefangenen Judith unter grofsen Gefahren brachte, feierte erin einem längeren Gedicht 5 ). Mit Thegan, dem Diacon Florusund anderen der classisch und kirchlich gebildeten Männer jenerZeit war er befreundet, Prudentius rühmt er als seinen Lehrer,
') NA. XVII, 261—279.
2 ) Poet. Lat. II, 301—333.
3 ) Ad. Loth. v. 31. Zeitschr. f. D. Alt. XIX, 463. Poet. II, 414, undS. 259 weitere Belege für seine geringe Herkunft.
4 ) Versus de imagine Tetrici, Poet. Lat. II, 370—378. Früher vonC. P. Bock in den Jahrbüchern des Vereins von Alterthumsfreunden imRheinland V (1844), von Dümmler in d. Zeitschr. f. D. Alt. XII, 461—470,vgl. XIX, 466. Sehr gewagte Hypothesen von H. Grimm: Das Reiter-standbild des Th. zu Aachen und das Gedicht des W. darauf, Berlin 1869.Dagegen die lehrreiche Abh. von Bock im angef. Jahrbuch L (1871)S. 1—52. Wieder abweichend Jul. v. Schlosser, Wiener SB. CXXIII(1891) S. 164-175.
5 ) Bouq. VI, 269; vgl. B. Simson, Lud. d. Fr. II, 99. Dümmler, Hist.Zeitschr. XXXVII, 134; Poet. II, 388. Judith, hier Ioda genannt, schmücktefür Ludwig ein Prachtgewand, welches Karl der Kahle der Rom. Paulskircheschenkte, seine Gemahlin Irmintrud vollendete mit gepriesener Kunst-fertigkeit dieses und andere Gewänder, ähnlich Lothars Gemahlin Ermen-garde, s. die von Dümmler mitgetheilten Verse, Zeitschr. f. D. Alt. XIX,146-148.