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1 (1893)
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171
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Die Longobardengeschichte. 171

Gregor von Tours, Beda, den Leben der Päbste u. a. m. 1 ). Ausdiesen nimmt er ganze Stücke auf, ohne sie eigentlich zu einemGanzen zu verarbeiten; in der Kritik, sogar in der Sorgfalt undGenauigkeit bei Benutzung seiner Gewährsmänner erscheint erschwach, höchst verwirrt in der Chronologie, und obwohl seineeigentliche Aufgabe die Volksgeschichte der Langobarden ist, nimmter ohne rechtes Mafs doch auch fernerliegendes auf. Läfst er aberdemnach als gelehrter Geschichtschreiber viel zu wünschen übrig,so entschädigen uns doch dafür andere sehr wesentliche Vorzüge,die einfache Klarheit seiner Darstellung, die lautere Wahrheitsliebe,die ihn von allem in ungeschminkter Geradheit berichten läfst, die"Wärme des Gefühls für sein Volk, welche sich auch ohne ruhm-redige Verherrlichung besonders in der Aufzeichnung der alten Sagenkundgiebt. Sehen wir nun aber vollends auf den materiellen Werthseiner Geschichte, so ist derselbe unbedenklich als ganz unschätzbaranzuerkennen, wir verdanken ihm eben die Bewahrung jenes reichen,durch keine spätere Gelehrsamkeit verfälschten Sagenschatzes, undüber die Geschichte der Langobarden, was er aus dem Secundusvon Trident und anderen verlorenen Quellen schöpfte sowohl wie dieAufzeichnung mündlicher Ueberlieferung: rettungslos würde allesdieses nach dem Sturze des Reiches dem Untergang verfallen sein,wenn nicht des alten Mönches Hand es mit treuer Liebe auf-gezeichnet hätte.

§ 7. Angilbert.

Angilberü Carolina ed. Dummler, Poet. Lat. I, 355—381; vgl. NA. IV, UO-142. Dieälteren Drncke, gesammelt bei Migne XC1X, 849—854, dadurch veraltet. Herrn.Althof: Angilberts Leben und Dichtungen (übersetzt). Wiss. Beilage z. Progr. desRealprogymn. n. Progymn. zu Münden. Bes. Abdr. Hann. Münden 1888. Traube,0 Roma nobilis (Abh. d. Münch. Akad. I. Cl. XIX, 2) S. 326-331. Verz. seiner Ge-dichte. Ein Abt Angilbert von Corbie zugeschriebenes Gedicht ihm zugesprochen.Ders., Karol. Dicht. I, 51—60 gewinnt Gedichte Angilberts aus denen des Bernowin(Poet. Lat. I, 413—425), der sich als Plagiator A.'s Gedichte angeeignet hat

') Bethmann, Archiv X, 314. R. Jacobi: Die Quellen der Langobar-dengeschichte des P. Diaconus, Halle 1877. Controverse über den vonihm benutzten Catalogus provinciarum und verlorene annalistische Quellen,auch im Cont. Havniensis, zwischen Mommsen u. Waitz, NA. V, 51—103 u.417-424. XI, 633. K. Neff, NA. XVII, 204-208 gegen Waitz. MommsenAuctt. antt. IX, 527. — Die auch von P. benutzten hist. Stellen aus GregorsDial. SS. Lang. p. 524—540. — Benutzung des Predegar, von Waitz ge-leugnet, behauptet Monod, Revue crit. 1879, I, 276. Ueber die Quelle vonHL. I, 25 über Justinians Gesetzgebung s. Th. Mommsen u. Fitting, NA. 111,185. 399—402. Zu III, 9. 31. Malfatti im Arch. stör, per Trieste, l'Istriae il Trentino II, fasc. 4, 1883. Zu VI, 54 W. Martens Polit. Gesch.d. Langobardenreichs unter K. Liutprand, Heidelb. Diss. 1880, ExcursS. 66-71.