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1 (1893)
Entstehung
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168
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168 n. Karolinger. § 6. Paulus Diaconus.

scheiden und aufrichtig lehnt Paulus die Lobsprüche und den Auftrag ab, und ebenso wenig wird er, was ihm in ähnlicher "Weise zu-gemuthet wurde, die Bekehrung des Dänenkönigs Siegfried versuchthaben. Einige Kenntnifs der griechischen Sprache, welche man beider Nachbarschaft nicht gut entbehren konnte, hatte er, wie erselbst sagt, in der Schule erworben, aber weit wird dieselbe nichtgereicht haben. Er dichtete aber Grabschriften für die KöniginHildegard (f 783) und für deren so wie für Pippins Töchter, undverfafste auf Karls Befehl die Homiliensammlung, welche der Un-wissenheit der Geistlichen in wirksamer Weise zu Hülfe kam 1 ).Diese wird er jedoch, wie Dahn nachgewiesen hat, erst in Monte-cassino ausgearbeitet haben.

In eben dieser Zeit schrieb Paulus auch auf Bitten des BischofsAngilram von Metz die Geschichte von dessen Vorfahren auf demStuhl des heiligen Clemens 2 ). „Mit besonderer Ausführlichkeit be-handelte er darin die Familie und die Ahnen Karls des Grofsen,vielleicht," wie Bethmann sagt, „auf dessen eigenen Wunsch oderwenigstens ihm zu Gefallen, und nicht undeutlich blickt die Absicht

1 ) Bethmann, Arch. X, 296 u. 301; Poet. Lat. I, 68, und die schönenWidmungsverse eines Exemplars von Ebrard an den h. Germanus, Poet.Lat. I, 432. G. Loeck: Die Homiliensammlung des P. D. als unmittel-bare Vorlage des Otfridischen Evangelienbuches, Kieler Diss. 1890.

2 ) Gesta episcoporum Mettensium ed. Pertz, MG. SS. II, 260—270. ImAuszuge übersetzt bei 0. Abel, Einhards Jahrbücher S. 1—8. Ueber die vonPreher benutzte Hs. (jetzt in Bremen) Dümmler, NA. III, 187. Anderenachgewiesen im Catal. des Mss. des Depart. V, p. LXII. Die nach Beth-manns Vermuthung im Arch. X, 294 von ihm herrührenden Versus deepiscopis Mettensibus bis auf Angilram, Poet. Lat. I, 60. SS. XIII, 303—305.— Durch weitere Ausführung mifsverstandener Worte des Paulus entstandaus den Gesten mit Benutzung des Predegar und seiner Fortsetzer unterLudwig dem Frommen die Domus Carolingicae genealogia, MG. SS. II, 308,XIII, 243 von Waitz als Genealogia regum Francorum, welche nach Bonnell,Die Anfänge S. 6 ff. mit Ludwigs aquitanischem Königreich in Verbindungsteht, indem sie ihm romanische Ahnen giebt und an südfranzösischeHeilige anknüpft. Ueber die Leipz. Hs. Rethfeld, NA. XIII, 243. DieGenealogia S. Arnulfi ib. ist eine Fälschung von Vignier, NA. XI, 631.Waitz hat ausser dieser andere ähnliche' Stücke hinzugefügt, welche inGeneal. d. franz. Könige u. Grafen von Flandern übergehen. S. 726—729Historiae Francorum Steinveldenses. SS. XXV, 381—384 Genealogia Caro-lorum Mettensis von 1164 ed. Heller; daran anschliessend Geneal. ducumBrabantiae, p. 385—413. Durch dieselbe Genealogie ist als später ent-standen kenntlich der Libellus de Maioribus domus. Mit der Gen. sind inder Ausgabe von Pertz verbunden die Versificirung derselben zu EhrenKarls des Kahlen: Origo et exordium gentis Francorum (wiederholt Poet.Lat. II, 141) und Regum Merowingorum genealogia et catalogus, p. 307;cfr. III, 19. 214. X, 138, und dazu die Bemerkung von Ermisch, DieChronik des Regino S. 22; weitere Catalogi regum et imperatorum SS. XIII,264-271. 742.