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1 (1893)
Entstehung
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155
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Schotten und Baiern. 155

ihn im Frankenreiche wieder, wo er neben Theodulf das Amt einesköniglichen Sendboten verwaltete, und von 799 bis 813 dem Bis-thum zu Lyon vorstand, welches er dann seinem Schüler Agobardüberliefs, um sich in das Kloster des h. Medardus zurückzuziehen,wo er am 28. Dec. 816 gestorben ist. In Lyon war Claudius beiihm und begann seinen Commentar zur Genesis, den er an desjungen Ludwigs Hof in Aquitanien vollendete, in Casanolio palatiobei Poitiers, wo 811 Faustinus das Buch abschrieb 1 ).

So zog also Karl um das Jahr 782 von allen Seiten die Trägerwissenschaftlicher Bildung an sich und arbeitete von nun an unab-lässig und unverwandt hin auf eine Wiederherstellung der antikenCultur, deren Herrlichkeit seinen Geist erfüllte 2 ). Wie er die altenKunstwerke nach Aachen führte und seine Bauten nach den Regelndes Vitruv und den Mustern der Kirchen zu Ravenna und Romaufführen liefs, so liefs er auch die alten Schriftsteller nacli denalten Handschriften mit der sorgsamsten Genauigkeit abschreiben.Staunend bewundern wir die Prachtwerke seiner Kalligraphen, undnichts ist vielleicht so charakteristisch für das was man damals erj-strebte, wie diese Handschriften 3 ) mit ihrer Uncialschrift, ihren voll-kommen nach antiken Mustern nachgeahmten Verzierungen und Bil-dern. Ja so wie Eigil von Fulda Modelle der antiken Säulen sich

Migne XCIX, 853—886. Giesebrecht erinnert dabei auch an jenen altenAgilolfinger Wicterb, Bischof und Abt von St. Martin zu Tours, der 754jam senex, puto nonagenarius aut supra, dolentibus membris et caliyinantibusoculis ein geistliches Werk für einen Regenten, doch wohl Tassilo, ab-schrieb und unermüdet weiter schrieb, bis er 756 starb. Rettberg II, 269.Dafs er Abt zu Tours war, darf nach der Notiz im Cod. Masciac. der Ann.Petav. (MG. SS. III, 170) nicht bezweifelt werden; auch hatte damals diesesKloster seinen eigenen Bischof (Gallia christ. XIV, 153), so dafs er unterdie Eegensburger Bischöfe wohl nur durch Mil'sverständnifs gerathen ist,und durch ein ähnliches Mil'sverständnifs auch an die Spitze des erst spätzusammengestellten Verzeichnisses der Aebte von Grofs Sanct Martin inCoeln. — Ein merkwürdiges Schreiben eines (Irländers?) Clemens an Tas-silo, den bair. Episcopat u. Adel in Bezug auf die Eroberung und Be-kehrung der Carantanen hat Zierngibl in d. Neuen hist. Abh. d. baier.Akad. I, 246 herausgegeben, und Riezler, Gesch. Baierns I, 155, zuerstbenutzt.

') Epistola ad Dructeramnum abb. (von St. Chaffre) als Vorrede. De-lisle, Cab. des Manuscrits I, 4, Anm. 11.

2 ) „Quippe qui omnium regum avidissimus erat sapientes diligenter in-quirere, et ut cum omni delectatione philosopharentur excolere. Ideo regnia Deo sibi commissi nebulosam, et ut ita dicam paene caecam latitudinom,tocius scientiae nova irradiatione et huic barbariei ante partim incognitaluminosam reddidit Deo illustrante." Walafridi Praef. ad Einhardi VitamKaroli, Jaffe Bibl. IV, 507.

3 ) Ohne Zweifel auch profane, die sich aber aus Karls Zeit nicht er-halten haben.