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1 (1893)
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132
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132 !! Karolinger. § 2. Angelsachsen.

Glaubensboten fehlt es freilich auch, und ihre "Wirksamkeit -würdeuns in nicht minder zweifelhaftem Dämmerlichte erscheinen, als dieder Schottenmönche, wenn nicht die englische Kirche, von der sieausgingen, in helleren Umrissen vor uns stände, und vor allem Bedauns so manche sichere Nachricht aufbewahrt hätte.

Augustin, der erste Erzbischof von Canterbury, starb um dasJahr 604. Schon sein Schüler Livin soll in Friesland gepredigthaben, seine Lebensbeschreibung aber ist ein späteres betrüglichesMachwerk. Da sie fälschlich dem Bonifatius zugeschrieben wird,findet sie sich in der Sammlung seiner Schriften 1 ).

Auch Wilfrid, Erzbischof von York, der im J. 709 gestorbenist, hat unter den Friesen gepredigt, als er auf einer Reise nachRom 678 an ihrer Küste landete, um den Nachstellungen des Haus-meiers Ebroin zu entgehen 2 ). Besonderes Verdienst um die Missionerwarb sich aber Egbert, der Abt des Klosters Hy, in welchemer die bis dahin dort herrschende irische Weise durch die siegreicherömisch-englische verdrängte. Er entsandte zum Friesenfürsten Radbodden Wigbert 3 ), und nach dessen Heimkehr im Jahre 690 Willi-brord mit elf Gefährten. Dieser, 695 in Rom zum Bischof geweiht,begründete 698 das Kloster Echternach, aber nicht allein als Stätteeines stillen beschaulichen Lebens, sondern als Ausgangspunkt fürseine Thätigkeit, und mit Karl Martels Hülfe gelang ihm sodannauch die Stiftung des Bisthums Utrecht, wo er im Jahre 738 alserster Bischof verstorben ist. Sein Leben ist erst lange nach seinemTode vonAlcuin aus fast ausschliefslich erbaulichem Gesichtspunktbeschrieben worden 4 ); die ältere Lebensbeschreibung, welcher er

1 ) Vgl. Rettberg II, 509. Die Unechtheit der ihm zugeschriebenenVerse an den Genter Abt Florbertus mit dem Epitaphium S. Bavonis,mit Anklängen an Boethius, hat Holder-Egger nachgewiesen, Waitz-AufsätzeS. 623-665. NA. XVI, 623.

2 ) Rettberg II, 511. Dafs jedoch Wilfrid nicht wider Willen an dieseKüste verschlagen wurde, bezeugt sein Schüler und Biograph Aedde, ge-nannt Stephanus, bei Mab. IV, 1, 671. Wenn aber Alberdingk Thijm.H. Willibrordus S. 84 (deutsch S. 57) auch in der Missionspredigt unterden Friesen einen tief angelegten Plan sieht, so findet das in den Quellenkeine Bestätigung. Dagegen auch Moll, Kerkgeschiedenis van Neder-land, I, 87.

3 ) Rettberg II, 513.

4 ) Alcuini Vita S. Willibrordi ed. Wattenbach, nach Jaffe's Vorarbeitden älteren, früher nicht benutzten Handschriften folgend, Bibl. VI, 3279.Das metr. 2. Buch auch bei Dümmler, Poet. Carol. 1, 197220. Ebert II,25 bemerkt, dafs das hexametr. Gedicht über Willibrord nach XXXIII, 3u. XXXIV, 32 schon früher verfafst war. Die eigenhändige AufzeichnungWillibrords vom J. 728 über seine Weihe (ib. p. 46) ist im Pariser cod.Lat. 10837 (Suppl. 1680). NA. II, 293. Facs. einer Schriftseite des Mar-