Druckschrift 
1 (1893)
Entstehung
Seite
72
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72 !• Vorzeit. § 4. Ostgothen. § 5. Jordanis.

"Würden und Ehren hastige und schmucklose Schreiben erlassenhabe: davor wolle er nun andere bewahren, und deshalb habe erdie im sechsten und siebenten Buche enthaltenen Formulare für dieVerleihung aller Würden nun mit Sorgfalt überarbeitet 1 ). Dennreden können wir alle ohne Unterschied; nur der Schmuck ist eswelcher den Gelehrten vorn Ungelehrten unterscheidet 2 ).

Das war der Grundsatz und die Richtschnur der damaligenSchulen, und demgemäfs hat denn auch Cassiodor den oft gering-fügigen Inhalt seiner Briefe unter einem solchen "Wortschwall undso vielem Zierrath der gesuchtesten Phrasen verborgen, dafs eshäufig nicht leicht ist, ihn herauszufinden.

Im höchsten Grade trifft dieser Vorwurf auch die Schriften desEnnodius, Bischofs von Pavia 3 ), unter denen besonders sein Pa-negyricus auf Theoderich geschichtlich wichtig ist 4 ).

§ 5. Jordanis.

Baehr S. 249-260. Teuffei § 477. Ebert S. 556—362. Dahn, A.D. B. XIV, 522-526.Rinaudo p. 31 — 36. Balzani p. 19—21. S. d. neuere Litt, zu § 4. Anstatt der äl-teren Ausgaben genügt es jetzt, die Ausgabe der MG. von Mommsen zu nennen,Berl. 1882, 4. (Auctorum antiquiss. V, 1.) Rec. von Schirren, Deutsche LZ. 1882,

2 ) Diese bestimmte Angabe macht es bedenklich, Schirrens Vermuthungzu folgen, der auch in den übrigen Büchern eine bedeutende Ueberar-beitung, zum Theil neue Abfassung annimmt. Er hätte ja das nicht nöthiggehabt zu verschweigen.

2 ) „Dictio semper agrestis est, quae aut sensibus electis per moramnon comitur aut verborum minime proprietatibus explicatur. Loqui nobiscommuniter datum est: solus ornatus est qui discernit indoctos." Die Er-lasse in seinem eigenen Namen, als Präfect, aus den Jahren 534, 535,537, 538 finden sich im elften und zwölften Buche; in den früherenschreibt er im Namen des Königs. Vgl. über die Variae Thorb. S. 50—60.Horst Kohl, Zehn Jahre ostgoth. Gesch. (526—536), Leipzig 1877. Hasenstab,Studien zur Variensammlung des C. S. Progr. d. Max. Gymn. zu München1883. Tanzi, Cronologia dei libri Var., Triest 1887. Ueber eine Abh. v.Gaudenzi s. Mommsen, NA. XIV, 437.

3 ) Ennodii Opera ed. Sirmond, Paris 1611, Hartel im Wiener CorpusVI, 1882. Rec. v. Kruseh, HZ. LI, 100—102. MG. Auctt. antt. VH vonFr. Vogel 1885. Fertig, Magnus Felix Ennodius und seine Zeit. 1. Abth.Passau 1855, 4. Pallmann II, 190—192. Ebert432—440. Rinaudo p. 19—24.Zur Chronologie Hasenstab, Progr. d. Münch. Luitpoldgymn. 1889/90. Tanzi,s. NA. XV, 425. Auf die Bedeutung seiner Vita Epiphanii ed. Tiein. weistBinding hin: Das Burgundisch-roman. Kgr. I, 97. Seine Briefe sind cul-turgeschichtlich wichtig. — Ueber die schon früh sagenhaft entstellteGeschichte Theoderichs, aus welcher geschichtliche Thatsachen nicht zuentnehmen sind, findet sich eine sorgfältige, auf Untersuchung der Hand-schriften begründete Abhandlung bei A. Thorbecke: Ueber Gesla Theoderici,Herbstprogr. des Heidelb. Gymn. 1875. Ausg. v. Kruseh, SS. Meroving. II,200-214.

4 ) Dafür H. v. Schubert: Die Unterwerfung der Alamannen (Strassb.