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1 (1893)
Entstehung
Seite
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Pontificale Romanum. 59

Anlage nach um 230 entstanden ist. Dieses wurde in der Folgenicht allein immer weiter fortgesetzt, sondern auch durch allerleiZusätze vermehrt. Man fügte die Amtsdauer der Päbste hinzu,ihre Bauten und andere Verdienste um die kirchliche Verwaltung,die von ihnen vorgenommenen "Weihen, endlich auch geschichtlicheVorfälle, und so entstand das Pontificale Bomanum, welches gewöhn-lich nach dem päbstlichen Bibliothekar Anastasius benannt wird.Doch zeigen weit ältere Handschriften, dafs schon im siebentenJahrhundert der Anfang des Werkes vorhanden war 1 ), und auchBeda und Paulus Diaconus haben diese Aufzeichnungen bereits be-nutzen können. Eine übersichtliche Darstellung der Entstehungdieses Werkes und seiner Fortsetzungen hat Giesebrecht gegeben inder Allgemeinen Monatsschrift für 1852, April. Wie in Rom, so ent-standen ähnliche Aufzeichnungen auch an anderen Bischofsitzen undin manchen Klöstern, und daraus erwuchsen später die ausführlichenGeschichten der Bisthümer und Klöster, welche in der geschicht-lichen Litteratur des Mittelalters eine so bedeutende Stelle ein-nehmen.

Endlich aber enthält auch der Abschnitt des Kalenders, in wel-chem die Todestage der Märtyrer und Päbste verzeichnet sind, denAnfang eines ganz eigenthümlichen Zweiges der Litteratur, nämlichder Martyrologien, in welchen die dort verzeichneten Namen sichimmer als die ersten wiederfinden, und gewissermafsen den Kernder immer mehr anwachsenden Verzeichnisse bilden, welche zu demblofsen Namen bald auch Nachrichten über Leiden und Leben der

] ) S. Pertz im Archiv V, 70—74; De Rossi, La Roma sott. I, 122.Ueber den ältesten Theil des Werkes Janus S. 139 ff. mit Beziehung aufdie sorgfältige Analyse des ganzen Werkes bei Piper, Einl. in die monu-mentale Theologie (Gotha 1867) S. 315 — 349, der auch bereits die Be-nutzung durch Beda nachgewiesen und die Wichtigkeit dieses Verhältnissesfür die Kritik hervorgehoben hat, vgl. S. 198. 202 Anm. 12. — Ganz neueAnsichten über diesen ältesten Theil, seine Entstehung und das Verhältnifsder Handschriften entwickelt der Abbe L. Duchesne: Etüde sur le Liberpontificalis, Paris 1877 (Bibl. des ecoles Franc. dAthenes et de Rome, I).Ihm entgegnete Waitz, NA. IV, 215—237: Ueber die verschiedenen Textedes Liber pontificalis. Ders. V, 229 überLipsius: Neue Studien zur Pabst-chronologie; VIII, 405 über eine neue Schrift von Duchesne; IX, 457—472über den sog. Catal. Cononianus; X, 453 — 465 über die ital. Hss.; überden Catal. Pelicianus XI, 217—229. Vgl. auch Krusch, XII, 236. Jetzt istvon der Ausgabe von Duchesne Bd. I. 1886 erschienen, während Waitzdazu nicht mehr gekommen ist. Rec. v. Grisar, Zts. f. Kath. Theol. 1887S. 417 — 446. — Ein merkw. Elogimn Liberii papae (-j- 366) hat De Rossiherausgegeben, Bullettino di Archeologia crist. 1883. Prof. Funk im Hist.Jahrb. V, 424 — 436, XII, 757 ff., bezieht es jedoch auf Martin I (+655),Friederich, Münch. SB. 1891 S. 87 —127 auf Joh. I, De Rossi wieder f.Liberius im Bull. 1891.