32 Einleitung. § 5.
•weisend auf den langsamen Fortgang der Monumenta Germaniae,auf die nach 40 Jahren noch gänzlich fehlenden drei Abtheilungender Urkunden, Briefe und Alterthümer, gab der Herausgeber alsseinen Zweck an, Quellen verschiedener Art, vorzüglich solche,welche in den Monumenten fehlen, zu einzelnen auch in sich abge-rundeten Gruppen zu vereinigen, so dafs ein Ort, eine bedeutendePersönlichkeit oder ein wichtiger Zeitraum den Mittelpunkt bilde.So sind zuerst 1864 Monumenta Corbeiensia erschienen, welche miteiner berichtigten Ausgabe der Annalen und anderer kleinerer Stückedie lange begehrten Briefe Wibalds verbinden, und schon 1865 folg-ten Monumenta Gregoriana, die erste kritische Ausgabe der BriefeGregors YII nebst Bonitho's v. Sutri über ad amicum. Trefflichkeitder Arbeit mit sauberer Ausstattung und handlichem Format ver-bindend, hat dieses neue Unternehmen überall freudige Aufnahmegefunden. In rascher Folge erschienen noch drei Bände, welche alsHauptstücke die Bonifazische Briefsammlung, den Codex Carolinusnebst Einhards Briefen und den Codex Udalrici brachten, bis einplötzlicher Tod am 3. April 1870 der rastlosen Arbeit des Heraus-gebers ein Ziel setzte. "Wie gewaltig diese Arbeit gewesen war,das wissen am besten diejenigen zu schätzen, welche den begonne-nen sechsten Band vollendet haben, dessen Hauptinhalt die BriefeAlcuins bilden.
Nicht unerwähnt darf hier auch Jaffe's älteres Werk bleiben, dieBegesta Pontificum Bomanorum bis zum Jahr 1198. Im Jahr 1851erschienen, ist es seitdem als unentbehrliches Hülfsrnittel überallverbreitet und in seinem hohen Werthe anerkannt. Was bis dahinwohl lebhaft gewünscht war, aber nur durch gemeinschaftliche Arbeiteiner gelehrten Körperschaft erreichbar schien, gewährt hier dereiserne Fleifs und die umfassende Gelehrsamkeit des einzelnen Mannes.Für den uns zunächst vorliegenden Zweck ist dieses Werk insofernvon Bedeutung, als es wegen der Berücksichtigung von Chronistenund Biographieen auch einen Wegweiser durch die Litteratur derPabstgeschichte darbietet. Diese ist in neuester Zeit noch durcheine umfassende Sammlung bereichert worden, durch WatterichsAusgabe der Pontificum Bomanorum Vitae von 872 bis 1198; der ver-sprochene dritte Band bis auf Gregor X fehlt noch. Nicht ebeneinverstanden mit der Zusammenhäufung abgerissener Bruchstücke,verkennen wir doch nicht die Verdienstlichkeit dieser mühsamenArbeit, und werden sie bei den einzelnen Abschnitten noch häufigzu erwähnen haben. Die weitere Fortführung der Regesten bis1304 verdanken wir August Potthast.