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1 (1893)
Entstehung
Seite
6
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6 Einleitung. § 1.

nach 1470 und mehrmals wiederholt den Tse\ido-Ovidius de Vetulamit seinen Ausfällen gegen sittenlose Prälaten, und den Brunellusmit der schonungslosen Verspottung der Mönche. Die Schrift desSpaniers Alvarus Pelagius De planctu ecclesiae, in welcher er unterdem Eindruck seiner Erfahrungen an der Curie in Avignon denverderbten Zustand der Kirche beklagt, 1340 in Portugal zuletztüberarbeitet, erschien schon 1474 in Ulm bei Johann Zainer vonReutlingen, und wurde 1517 in Lyon wiederholt. Lupolds vonBebenburg Schrift Germanorum principum zelus in christianam religionemerschien 1497 in Basel. Die Epistola Luciferi ad malos principes ec-clesiasticos, eine sehr bittere Satire, welche 1351 in Avignon zumVorschein kam und in vielen Abschriften verbreitet war, wurdenach einer nicht mehr bekannten Pariser Ausgabe 1507 in Strafsburggedruckt, um 1530 in einem Einzeldruck o. J. wiederholt und 1549 inMagdeburg von Flacius Illyricus herausgegeben 1 ). Derselbe wieder-holte 1550 die deutsche Uebersetzung des Briefes, welche schon 1521o. 0. erschienen war 2 ). Ulrich von Hütten gab 1520 die SchriftWalrams von Naumburg gegen Gregor VII, De unitate ecclesiae con-servanda, heraus, welcher bald noch mehrere Schriften verwandtenGeistes aus der Zeit des Schisma und der Reformbewegung des vier-zehnten und fünfzehnten Jahrhunderts folgten 3 ). So erschien 1521in Wittenberg der dem Bischof Ulrich von Augsburg untergeschobeneBrief unter dem Titel: Hulderichi Aug. ep. epistola adversus constitu-tionem, de cleri coelibatu. Der Cölner Humanist Jacob Sobius gab1521 in Basel die Commentare des Aeneas Silvius nebst anderenStücken von verwandtem Inhalt heraus, eine Sammlung, welche 1535in Cöln mit neuen Zuthaten von Ortwinus Gratius wiederholtwurde, dessen Standpunkt in seinem späteren Leben ein von demfrüheren sehr verschiedener wurde 4 ). Im Jahre 1529 wurden zuHagenau die ersten Briefe Peters de Vinea gedruckt, weil sie auchfür die Gegenwart zutreffend zu sein schienen. Unbefangener liefsMelanchthon es sich angelegen sein, den Schulunterricht in derGeschichte zu fördern. Sehr nachdrücklich spricht er sich über denhohen Werth der Geschichte aus in der an Sigismund von Branden-

') Anz. d. Germ. Mus. XVI (1869), Sp. 9. Ueber diesen u. andereTeufelsbriefe s. Wattenbach, SB. d. Berl. Ak. Eebr. 1892.

2 ) E. Weller, Die ersten deutschen Zeitungen, S. 90.

») Straufs, Ulrich von Hütten II, 47. 55. 166. 320. 358.

4 ) David Clement, Bibliotheque curieuse (1759) VIII, 241 weist die Autor-schaft des Jacobus Sobius nach, S. 243 die des Ortw. Gratius, welcher sienie geleugnet hat. S. auch Ennen, Gesch. d. Stadt Cöln, IV, 8792;L. Geiger, Allg. D. Biogr. IX, 600602. Reichling, Ortwin Gratius, Heiligen-stadt 1884.