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2 (1894)
Entstehung
Seite
317
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Oesterreichisehe Annalen. 317

•wie z. B. jener Priester Magnus that und wie wir in den AdmuuterAnnalen Stücke aus Otto von Freising, in denen von Zwettel langeStellen aus Wipo und den ganzen Anhang zum Rahewin finden.

Oesterreich ist in dieser Zeit reich an solchen vielgestaltigenAnnalen 1 ); zuerst legten die Mönche von Melk ein Buch der Artan im Jahre 1123, welches bis ins sechzehnte Jahrhundert fortge-setzt wurde. Der Anfang ist aus der sogenannten Epitome San-gallensis (S. 45) und aus Bernold 2 ) entnommen. Fortsetzungen undUeberarbeitungen finden sich dann in Zwettel 3 ), Klosterneuburg 4 ),Heiligenkreuz, Wien, Kremsmünster, Lambach, St. Florian, Neuberg;auch die Annalen von Götweih, Admunt, Salzburg, Garsten sindverwandt. Häufig begegnen übereinstimmende. Nachrichten, ohnedafs eine directe Entlehnung wahrscheinlich wäre, so dafs man zuder Vermuthung gedrängt wird, es sei wohl noch allerlei vorhandengewesen, was uns nicht mehr erhalten ist, vielleicht ausführlichereChroniken über das zwölfte und die erste Hälfte des dreizehntenJahrhunderts in zusammenhängender Erzählung. Diese Annalen er-strecken sich zum Theil mit sehr guten und reichhaltigen Nach-richten über das dreizehnte Jahrhundert; bei dem Kampfe zwischenRudolf und Otakar sind wieder gröfsere selbständige Beschreibungenaufgenommen, und neue Fortsetzungen reichen bis zum fünfzehntenJahrhundert.

In anderer Form besitzen wir aus dem zwölften Jahrhundertnur das in Götweih geschriebene Leben Altmanns von Passau (S. 76)nebst einer kurzen Uebersicht der Geschichte Oesterreichs unter

') Sie sind kritisch bearbeitet und zusammengestellt von "Wattenbach,MG. SS. IX, 479—843. Die damals vergeblich gesuchte Handschrift,welche wohl irrig als der bischöfl. Bibliothek angehörig bezeichnet war, istspäter durch A. v. Meiller aufgefunden. S. darüber Arch. d. W. A. XLH507-511. Ueber eine Wolfenb. Hs. NA. VII, 135—143; S. 142 eine über-sehene Stelle der Cont. Sancruc. II zum J. 1262. — Von einer dieserannalistischen Compilationen (1025—1383), welche wegen der darin vor-kommenden Beziehungen auf die Dominicaner zu Wien nach diesen be-nannt ist (S. 725—732), hat Zeibig eine alte deutsche Bearbeitung publicirt,in welcher aber jene Beziehungen fehlen, Arch. d. W. A. IX, 355 — 362,vgl. XIV, 9. In demselben Archiv XIX, 117—144 befindet sich ein Auf-satz von Stoegmann über jene Ausgabe der Ann. Austriae im Verhältniszu den früheren Ausgaben von Pez und Rauch. 0. Redlich, Oestr. Anna-listik bis z. Ausgang d. 13. Jahrh. Mitth. d. Inst. III (S. 507: in Cont.Zwetl. II ist Ansbert benutzt).

2 ) Nach Giesebr. III, 1044 (1049), der auch auf die auffallende Ueber-einstimmung in der Bezeichnung der Schlaehttage mit Bruno hinweist.

3 ) Die Cont. I u. die nur fragmentarisch erhaltenene III. sind nachTangl im Stiftungsbuch benutzt.

*) Hier wurde 1181 unter Probst Werner das berühmte Antipendiumverfertigt.