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2 (1894)
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311
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Gerhohs Leben und Schriften. 311

und seinen Anhängern gespendete Sacramente nichtig seien, hatteer Bernhards Zustimmung zu erhalten versucht, aber vergeblich, undsandte nun bald nach jenem Reichstag an ihn den Tractat, derschon längst bekannt war, dessen an Bernhard gerichteter Prologmit dem früher fehlenden Anfang aber erst kürzlich ans Licht ge-bracht ist 1 ).

Im Mai 1151 begleitete Gerhoh mit Otto von Freising den Car-dinal Octavian nach Augsburg, wo das so eifrig betriebene Reform-werk vorgenommen werden sollte, und hörte von dessen DiaconusNicolaus die Klage, dafs die Römer bei ihren Angriffen auf dieConstantinische Schenkung sich auch auf die Widersprüche in denangeblichen Constitutionen des Pabstes Melchiades stützten; darübersuchte er durch eine kritische Untersuchung in einem Schreiben anden Cardinal Aufklärung zu gewähren 2 ).

Nach Friedrichs Kaiserkrönung, aber noch vor dem Zwiespalt,etwa 1156 verfafste Gerhoh eine Schrift de novitatibus hujus saeculi,aus welcher Grisar Auszüge gegeben hat. Er billigt darin den Besitzvon Regalien, doch mit Vorbehalt der dadurch bedingten Leistungenan das Reich; später aber ist er von dieser Auffassung zurückge-kommen und hat in der Aufgabe der Regalien die einzig möglicheLösung der Schwierigkeiten gesehen.

"Wohl die merkwürdigste Schrift Gerhohs ist eine Abhandlungüber den Antichrist, welche er 1162 auf den Wunsch des Erz-bischofs Eberhard von Salzburg verfafste; sie war Tengnagel undGretser bekannt, die aber Bedenken trugen sie bekannt zu machenund nur einzelne Stücke daraus mittheilten. Seitdem war die Hand-schrift verschollen, und man glaubte, dafs sie durch den Brand desKlosters Reichersberg vernichtet wäre, bis sie von Jodok Stülz inReichersberg wieder entdeckt und ans Licht gezogen wurde. Indieser Schrift untersucht nämlich Gerhoh die Zeichen, welche derAnkunft des Autichrists vorangehen sollen, und verbreitet sich da-bei über die Schlechtigkeit der Menschen; über Heinrich IV theilter die abscheulichsten Verleumdungen mit, gegen welche alle anderen

Cleriker in Chälons entwirft, s. Wattenbach, SB. der Berl. Akad. 1893,Mai 18.

*) Tractatus adversus simoniacos, Mart. Thes. V, 1459, Migne CXCIV,1335—1372. A. v. Jaksch, Mitth. d. Inst. VI, 254—268, der Prolog u. Ver-besserungen aus einer Klagenfurter Hs. Der Titel der Schrift ist „Libellusde eo quod princeps mundi hujus jam judicatus sit." Ders. Prolog u. Anf.bei Hüffer, Hist. Jahrb. VI, 264; daselbst S. 268 ein späterer Brief anBernhard; vgl. S. 248—257.

2 ) Auch v. Jaksch zuerst edirt, Mitth. VI, 307—309. S. 309 1. subterannexum st. subteranneum.