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2 (1894)
Entstehung
Seite
306
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306 V- Staufer. § 7, Salzburger Quellen.

viel Einsicht in das Klosterleben gewährt 1 ). Er sandte es zur Recht-fertigung seines Uebertritts, welchen ihm viele verdachten, an dieAebtissin von Niedermünster bei Regensburg, und ist vielleicht nichtverschieden von dem Bruder Idung, welcher ein gutgeschriebenesbeachtenswerthes Werk über den Unterschied von Mönchen undWeltgeistlichen verfafste, das sich ebenfalls in einer RegensburgerHandschrift erhalten hat 2 ). Er richtete es an den Magister Her-bord, welchen er dringend ermahnte, Mönch zu werden; mit gutemErfolg, wenn er, wie sehr wahrscheinlich, der oben S. 187 erwähnteHerbord gewesen ist.

Der Abt hatte einen Bruder Irimbert, welcher sich besonderseifrig der Nonnen annahm, denen Abt Wolvold (1115—1137) einKloster erbaut hatte, in welchem sie in strengster Clausur lebten,niemals die Thüre des Gebäudes überschreitend, viele von vornehmerHerkunft. Eine leider unvollständige Legende berichtet von einermagistra novitiarum aus Abt Wolvolds Zeit, vom Salzburger Nonnen-kloster gekommen, die 120 Jahre alt geworden sein soll und einMuster von Heiligkeit war, verfafst von einer Nonne Gerdrut 3 ).Irimbert hielt ihnen Vorträge durch das Fenster, und einzelne Nonnenarbeiteten Theile derselben auf Pergament aus der Nachschrift aufihren Wachstafeln aus, besonders Regilint oder Rilindis, welchespäter Neuburg an der Donau reformierte und endlich Aebtissin aufdem Odilienberg wurde. In seinen Vorträgen über die Bücher derKönige wurde er unterbrochen durch den grofsen Klosterbrand vom11. März 1152, und schaltete nicht nur eine Beschreibung diesesBrandes ein, sondern auch eine begeisterte Schilderung der vortreff-lichen Zucht im Nonnenkloster, wo in völliger Weltfremde auch ge-lehrte Studien eifrig betrieben wurden, wovon uns noch die vonNonnen schön geschriebenen Handschriften Kunde geben 4 ). Irimbertselbst wurde 1160 Abt von Michelsberg, zuletzt von 1172 bis 1177Abt von Admunt.

In Admunt verband man um diese Zeit einige der schon er-wähnten Nachrichten mit einem Auszuge der Melker Annalen bis1136 und fügte auch Excerpte aus Ekkehard und Otto von Freising

J ) Dialogus inter Cluniacensem et Cislerciensem, Mart. Thes. V, 1570 bis1654; vgl. Winter, Cist. III, 172. Das Begleitschreiben bei B. Pez, Thes.VI, 2, 57; der Verfasser heilst da frater L. Hs. in Sevilla NA. VI, 378.

2 ) Cod. lat. Mon. 14349. Daraus bei B. Pez, Thes. II, 2, 505.

3 ) Vita cujusdam magistrae moniaüum Admuntensium, Anal. Boll. XII,356—366.

4 ) Diese Stelle ist abgedruckt von B. Pez, Bibl. aseetica antiquo-novaVIII, 453-464. •