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2 (1894)
Entstehung
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305
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Annalen von Passau, Salzburg, Garsten. 305

Rescriptum heresiarcharum Lombardie ad pauperes de Lugduno, quisunt in Alamania erhalten hat, welches nach Pregers Untersuchun-gen um 1230 an die Gemeinden im Passauer Sprengel geschicktwar 1 ).

Auch mit der litterarischen Thätigkeit der Salzburger ist esnach den oben erwähnten Werken vorbei, mit Ausnahme der An-nalen, welche mit löblichem Fleifse fortgeführt wurden. Es scheintdafs man in Salzburg etwa um das Jahr 1180 eine annalistischeCompilation verfafste, die wir im Original nicht mehr besitzen, zu-sammengesetzt aus der Historia miscella, den Gestis Francorum undFredegar, der Geschichte der Langobarden von Paulus Diaconus, demLeben des h. Bonifatius, den Gestis Pontificum Romanorum, denAnnalen von Fulda, Regino und dessen Fortsetzer nebst älteren ein-heimischen Aufzeichnungen und den Resultaten gelehrter Combina-tion für die älteste Zeit. Wir erkennen diese gemeinschaftlicheQuelle in den vielfach übereinstimmenden Nachrichten, welche inVerbindung mit den Melker Annalen Salzburger, Admunter, Gar-stener und Vorauer Handschriften uns darbieten.

In Garsten beginnt mit dem Jahre 1182 eine selbständigeFortsetzung. Die Jahre von 1199 bis 1213 sind nachträglich ausden Melker und Admunter Annalen ergänzt; dann schliefst sichwieder eine anfangs kurze und dürftige, von 1241 bis 1256 aber aus-führliche und schätzbare Fortsetzung an, eine der wichtigsten Quellenfür die österreichische Geschichte in dieser Zeit 2 ).

Admunt 3 ) hatte seine Blüthezeit unter dem Abt Gottfried 1137bis 1165 4 ). Dieser ist es, mit welchem ein ungenannter Mönch dieUnterhaltung über die unvollkommene Befolgung der Regel hatte,nach welcher er Cistercienser wurde, und jenen merkwürdigen Dialogzwischen einem Cluniacenser und einem Cistercienser verfafste, der

*) Gedr. in der oben S. 249 angef. Schrift nebst Nachrichten über dieCompilation von 1260. Auf Albert kommen wir noch zurück.

2 ) Annalium Mellicensium Auctarium Garstense, MG. SS. IX, 561 bis569. Das Stück von 1140—1188 als Nebenform der Ann. Admunt. S. 580bis 586. Conünuatio Garstensis S. 594—600. Eine Aufzeichnung aus Reinbei Gratz über den Tod des hier gerühmten Friedr. II 1246 an der obenS. 271 angeführten Stelle.

3 ) Nicht Admont, was nur aus der falschen Ableitung von ad montesentstanden ist. Die älteste urkundliche Form ist Agymunt, Mündung derAche in die Enns.

4 ) Aus seiner Zeit sind die Briefe, welche A. v. Jaksch in d. Mitth. d.Inst. II, Ergänzungsband S. 361—379 veröffentlicht hat: 6 davon betreffenSophia v. Ungern, Tochter K. Bela H, die Braut des jungen K. Heinrich,und widerlegen die sie betreffende Stelle in Herbords V. Ottonis. Vgl. NA.Xffl, 665.

Wattenbach, Gescoichtsquellen II. 6. Aufl. 20