Druckschrift 
2 (1894)
Entstehung
Seite
302
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302 v - Staufer. § 7. Salzburger Quellen.

Konrads Nachfolger Eberhard (1147—1164) war derselbenRichtung ergeben. Er hatte in Paris studiert und es konnte dahernicht fehlen, dafs er in dem neuen Schisma auf Alexanders Seitetrat; denn er war von Paris her mit einem grofsen Theile derMänner befreundet, welche die Hauptstützen und Führer dieserPartei waren. Mit der gröfsten Zähigkeit und Klugheit behaupteteer seinen Standpunkt, und als alles sich vor Barbarossa beugte,blieben nur die Salzburger Berge Alexanders feste Burg in Deutsch-land, eine Burg, die um so wichtiger war, da sie den Weg nachUngern öffnete und auch der Patriarch von Aquileja von Eberhardgewonnen wurde. Alle diese Verhältnisse liegen offen vor uns durchdie noch erhaltenen Correspondenzen; wir besitzen Eberhards eigenesConceptbuch, in welches er die erhaltenen und abgesandtenBriefe eintragen liefs 1 ), und diese werden ergänzt durch eine An-zahl anderer von Sudendorf mitgetheilter Briefe, unter denen deskaiserlichen Notars Burchard Bericht über seine Sendung anEberhard am wichtigsten ist a ). Vergeblich suchen wir dagegenAuskunft in den beiden vorhandenen Biographieen Eberhards, welchehöchst unbedeutend sind 3 ). Doch enthält die ältere, von einemseiner Schüler verfafst, wenigstens gute Nachrichten über seine per-sönlichen Verhältnisse und seine bischöfliche Wirksamkeit.

Eberhards Nachfolger Konrad II (1164—1168) hat keinen Bio-graphen gefunden, so wenig wie sein Bruder, der Bischof Otto vonFreising. Konrad, bis dahin Bischof von Passau, blieb eben so festwie Eberhard auf Alexanders Seite; Friedrich aber gab nun diebisher beobachtete Mäfsigung auf und liefs die Witteisbacher unddie Grafen von Piain wie eine hungrige Meute gegen Salzburg los.Einen Theil des Unheils, welches in Folge dieses Kampfes dieKirche betraf, schildert uns das ausführliche Schreiben des Archi-diaconus Heinrich an den nach Konrads Tode erwählten, aber1174 auf dem Reichstag zu Regensburg abgesetzten Erzbischof

x ) Gröfstentheils gedruckt in Tengnagels Mon. adv. Schismaticos; vgl.Archiv X, 491. Viele finden sich auch bei Rahewin, aber seine Correspon-denz mit Alexander und dessen Anhängern in Frankreich, Italien und Un-gern blieb dem Kaiser verborgen. Für seine heuchlerische Verräthereigebraucht er das Bild des Nieodemus, der bei Nacht zum Herrn kam.Vgl. über ihn u. seine Nachfolger auch die Abh. des eifrigen AlexandrinersW. Schmidt: Die Stellung der Erzbischöfe von Salzburg etc. im WienerArch. XXXIV, 1—144, und A. v. Meillers Regesten der Salzburger Erz-bischöfe von 1106—1146, Wien 1866. Monographie von Franz Gruber:Eb. I von Salzburg, München 1873.

3 ) Registr. II, 134. Wir kommen auf Burchard noch zurück.

3 ) Ed. Wattenbach, MG. SS. XI, 77—84. 97—103; vgl. Meiller S. 447.