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2 (1894)
Entstehung
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292
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292 v - Staufer. § 6. Gotfried v. Viterbo.

sich vor, und die Beherbergung seiner Gesandten, doch ohne Kosten 1 ).Diese Verbindung, welche sich aus den damaligen Verhältnissenleicht erklärt, kann vielleicht schon vor Gotfrieds Geburt geknüpftsein; aber die deutsche Herkunft der Familie ist wohl nahezu un-zweifelhaft. Scheffer-Boichorst führt auch eine Urkunde aus Viterboan, welche daselbst 1158 durch die Hand Werners des Deutschenausgestellt ist. Schon 1153, wo er zuerst urkundlich erwähnt wird,heifst Gotfried von Viterbo.

Der Schule zu Bamberg bewahrte Gotfried ein dankbares An-denken; er preist Stadt und Bisthum: auf dem ummauerten Dom-hügel, sagt er, wohnen abgesondert nur Cleriker, und niemand redetda etwas anderes als Latein 2 ). Nachdem er ausreichend unterrichtetwar — dafs er noch andere Schulen besucht habe, erwähnt ernicht — kam er an den Königshof, und wurde König KonradsCaplan; fast 40 Jahre war er Kaiser Friedrichs Caplan und Notar,und seine treuen Dienste werden in der angeführten Urkunde rüh-mend hervorgehoben und belohnt. Zu thun hatte er genug; nichtnur Messe zu lesen, sondern auch fortwährend für die mannigfaltigenAnforderungen des Hofhaltes Sorge zu tragen; bald mufste er beiRechtsgeschäften thätig sein, Briefe nnd Urkunden dichten (wieman damals sagte), bald für die Unterbringung von Gästen sorgen,und noch obendrein die nöthigen Einkünfte selber eintreiben, wieer das so anschaulich schildert in der "Widmung der Memoria Sae-culorum (S. 105). In besonders freundschaftlichem Verhältnifs findenwir ihn zu dem heranwachsenden Heinrich VI, welchem er diesesund andere Werke widmete, als einen layco moderate philosophanti.Das war eben nach der Ansicht der Zeit die Aufgabe des Laien,mit Moderation zu philosophieren, d. h. sich wohl eine Kenntnifsauch gelehrter Dinge zu verschaffen, aber die schwierigen Fragender Schule nicht anzurühren 3 ). Friedrich I liefs alle seine Kinder

J ) Urkunde bei Ficker, Forschungen zur Reichs- und RechtsgeschichteItaliens IV, 186. Vgl. Scheffer-Boichorst 1. c. S. 443 für die deutsche Ab-kunft, gegen Waitz, der G. für einen Italiener hält; auch Dümmler imCentralbl. 1865 Sp. 501.

2 ) Pantheon XXUI, 32. 33. S. 240. Durch Ulmann hatte ich michfrüher zu der unstatthaften Annahme verleiten lassen, dafs in ganz Bam-berg nur Latein gesprochen sei.

3 ) Darauf sucht noch Kunrad Säldner den Augsburger Patricier Sigis-mund G-ossembrot zu beschränken, aber im Zeitalter der Humanisten warendie alten Schranken nicht mehr festzuhalten. Wattenbach, SigismundGossembrot als Vorkämpfer der Humanisten, in der Zeitschr. f. Gesch. desOberrheins XXV, 36-69.