Druckschrift 
2 (1894)
Entstehung
Seite
290
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290 v - Staufer. § 5. Ligurinus. § 6. Gotfried v. Viterbo.

Abschrift in der BibL Trivulziana in Mailand, -welche jedoch ausjener geflossen ist und für die Lücken und verdorbenen Seiten keineHülfe gewährt. Es ist mit grofser Sacbkenntnifs und formeller Ge-wandtheit verfafst von einem kaiserlich gesinnten Italiener, einemBergamasken, wie Giesebrecht nachgewiesen hat, und da es schonmit der Schlacht bei Carcano 1160 schliefst, aber erst um 1165 ge-schrieben ist, offenbar unvollendet, was Giesebrecht dadurch erklärt,dafs Bergamo 1166 vom Kaiser abfiel. Neue Thatsachen von Be-deutung sind wenig darin enthalten; Giesebrecht vermuthet, dafsihm dieselbe Relation vorlag, welche auch Otto von Freising vomKaiser zugestellt wurde. Natürlich aber hat ein Zeitgenosse undAugenzeuge doch nicht wenig mitzutheilen, was für uns von "Werthist 1 ). In der schön ausgestatteten Ausgabe, welcher auch das ein-zige gleichzeitige Bild Friedrichs I aus einer Scheftlarer Hs. beige-geben ist, hat E. Monaci die historischen Parallelstellen beigegebenund Entlehnungen aus alten römischen Dichtern nachgewiesen.C. Wenck hat eine Spur aufgefunden, welche einen Thadeus deRoma als Verfasser wahrscheinlich macht 2 ), doch will Monaci sienicht gelten lassen.

Ein unbekanntes Carmen de potentia Friderici imperatoris schreibtJoh. Butzbach dem Henricus pauper Septimellensis aus Toscanazu 3 ). Eine, wie es scheint, gleichzeitige Klage um den Tod desKaisers in Distichen, hat Riezler in den Forschungen X, 126 mit-getheilt 4 ).

§ 6. Gotfried von Viterbo.

Archiv VII, 559-596 (1839). Waitz ib. XI, 322-338 (1858). Godefridi Vit. Carmende Gestis Friderici in Italia, ed. Ficker, Innsbr. 1853. H. Ulman, G. v. Viterbo, Gott.Diss. 1863. Waitz über die Gesta, Gott. Nachr. 1866 S. 279-293; über das Spe-ciüum Regum 1867 S. 4-17. Opera ed. G. Waitz, MG. SS. XXII, 1-338 (1872),Sep.-Abdr. der Gesta Friderici et Heinrici VI. Kec. von P. Scheffer-Boicborst, Hist.Zeitscbr. XXIX, 441-446.

Otto von Freising, Rahewin, Otto von St. Blasien bezeichnenden Höhepunkt mittelalterlicher Historiographie in Deutschland; wirfinden bei ihnen eine durchgebildete, den Fesseln der Schule ent-

*) Anf. Inelita fert animus. Ueberschrift im Cod. Ottob. „Gesta perimp. Frederichum Barbam rubeam in partibus Luiubardie et Italie". Probevon Monaci in den Atti delP Accad. dei Lincei NS. III, 60 v. Jan. 1878.Stelle über Arnold v. Brescia im Arch. stör, della Soc. Rom. I. Giese-brecht ib. III, 49—62, u. Münch. SB. 1879, II, Heft 3. Ausgabe vonE. Monaci, Roma 1887.

2 ) NA. IX, 202, X, 170; vgl. XII, 605.

3 ) Bei Boecking, Opera ü. Hutteni VII, 389.

4 ) Plangite castra; 21 Hexam. Ortu Teutonicus e cod. Wingart. bei Ger-bert, Iter Alem. (1765) p. 237; ed. IL p. 249, u. NA. XV, 394 von L. Weiland.