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2 (1894)
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286
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286 v - Staufer. § 5. Ligurinus.

§ 5. Ligurinus.

Dümge, Guntheri Poetae Ligurinus, Heydelb. 1872. A. Pannenborg: Ueber den Ligu-rinus, Forsch. XI, 161—300. Wattenbach: Die Ehrenrettung des Ligurinus, Hist.Zeitschr. XXVI, 386—400. Dissertation critique sur le Poeme latin du Ligurinus,attribue ä Günther. Par Gaston Paris. Paris 1872. Anz. v. Wattenbach imCentralbl. 1873, Sp. 997. A. Pannenborg: Magister Guntherus u. seine Schriften,Forsch. XIII, 225—234. G. Paris, Revue crit. 1873 II, 32—38. A. Pannenborg:Noch einmal Magister Guntherus, Forsch. XIV, 185—206. Derselbe: Die Verse inder Hist. Constantinopol. u. der Dichter des Ligurinus, Forseh. XIX, 611—624. Der-selbe: Der Vf. des Ligurinus. Studien zu den Schriften des Magister Günther,Progr. d. Kgl. Gymn. zu Göttingen 1883. — Der Ligurinus Günthers von Pairis,deutsch von Th. Vulpinus (Renaud), Strafsb. 1889.

Das aufserordentliche Gewicht, welches man im zwölften Jahr-hundert auf eine nach classischen Mustern sorgfältigst ausgearbeiteteForm legte, ist durch die werthvolle Untersuchung von H. Prutzrecht schlagend dargelegt. Die Freude an poetischer Form und dieGewandtheit in der Handhabung derselben, zeigen sich in äu teerstzahlreichen, zum Theil noch ungedruckten Werken. Ein sehr merk-würdiges Beispiel davon gewährt uns der Ligurinus, ein Helden-gedicht über die Thaten des Kaisers Friedrich bis 1160, in welchemdie Gesta Friderici mit groteer Genauigkeit und einigen Aus-schmückungen in Verse gebracht sind. Das Epos, welches in zehnBüchern 6576 Verse umfafet, wurde von dem Verfasser 1187 inkurzer Zeit vollendet, um die Gunst des Kaisers und seiner Söhnezu gewinnen, als eben durch die Vermählung des Königs Heinrichmit Constanze von Sicilien sich neue glänzende Aussichten für dasKaiserhaus eröffneten. Kurz vorher hatte er dem Prinzen Konradein anderes Epos unter dem Titel Solymarius überreicht, welchesdie Thaten der ersten Kreuzfahrer feierte 1 ). Sein neues "Werk be-nannte er nach Ligurien, dessen Hauptstadt nach der Eintheilung inden letzten Römerzeiten die Stadt Mailand war, deren Besiegungden Inhalt seiner Dichtung vorzüglich ausmachte.

Nirgends findet sich dasselbe im Mittelalter erwähnt; es warvöllig unbekannt, bis Konrad Celtis im fränkischen Kloster Ebrach,der Stiftung des Herzogs Friedrich und Konrads III, die Handschriftfand, und seine Augsburger Freunde es 1507 drucken liefsen. Freu-dig begrütet und viel benutzt, wurde es 1737 von Senckenberg für

ed. Toeppen, SS. Rerum Pruss. I, 220—225. In den theilweise gereimtenHexametern S. 221 ist, da Elision damals nicht vorkam, v. 2 zu lesen:Omnia pro Christo dum linquere, u. v. 7 fata subit. Die Verlängerung inder Penthemimeris war ganz gewöhnlich. — Neue Ausg. v. Perlbach in:Statuten des Deutschen Ordens, 1890.

J ) Fragmente daraus, in der Coelner Gymnasialbibliothek aufgefunden,in Archives de l'Orient Latin I (1881) S. 551—561, ed. Wattenbach.