Druckschrift 
2 (1894)
Entstehung
Seite
269
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Gebehard und Paulus. Wibald. 269

nehmer Jüngling, der vermuthlich zum Geschlecht der RegensburgerBurggrafen gehörte, waren Regensburger Geistliche und entwichenvon dort vor Heinrich V und seiner Partei vor 1121 nach Bern-ried, welches damals als Chorherrenstift gegründet wurde. Beidereisten nach Rom, wo sie von Calixt II die Bestätigungsbulle fürBernried vom 12. Nov. 1122 erwirkten; Pfingsten 1123 feierten siein Mailand, wo sie mit dem dortigen Clerus Freundschaft schlössenoder erneuerten, welche durch die Parteinahme für Konrad einekurze Unterbrechung erfuhr. 1129 schrieb Paul nach Vollendungder Vita Gregorii VII das Leben der Herluca; damals kam Erz-bischof Walther von Ravenna nach Deutschland, beide wurden inden päbstlichen Schutz aufgenommen, Gebhard zum Priester geweihtund mit päbstlichen Aufträgen betraut. Um 1130 finden wir siedann wieder in Regensburg, wo Gebhard Domherr wird und wieM. Herrmann nachgewiesen hat, aus seinen Besitzungen das StiftSt. Mang gründet; bald nach 1151 ist er gestorben.

Einen grofsen Schatz besitzen wir für König Konrads Zeit an demin Urschrift erhaltenen Conceptbuch des AbtesWibald von Stablo (seit1130) und Corvey (seit 1146), eines höchst ausgezeichneten Mannes ausder Lütticher Schule, der Lothars, Konrads und eine Zeit lang auchFriedrichs Minister war und während des Kreuzzuges dem unmün-digen König Heinrich zur Seite stand; leider ist ein früherer Band,welcher seine Correspondenz bis 1146 enthielt, augenscheinlich ver-loren. Nachdem Janssen in einer sehr fleifsig gearbeiteten BiographieWibalds von neuem auf den hohen Werth jener Briefe hingewiesen,die beabsichtigte Ausgabe aber nicht hatte möglich machen können,ist es Jaffe gelungen, seine Bibliotheca Rerum Germanicarum miteiner vortrefflichen Ausgabe der Briefe Wibalds zu eröffnen. Fürdie Zeit vor 1146 hat er zusammengestellt was sich aus anderenQuellen gewinnen liefs, wobei, wie Giesebrecht (IV, 410) richtigbemerkt, zu bedauern ist, dafs er mit den authentischen Stückenauch die sehr fraglichen aus dem Registrum Petri Diaconi ohneäufserliche Unterscheidung verbunden hat 1 ). Den Briefen vorange-

') Janssen, Wibald von Stablo und Corvey, Münster 1854. Monu-menta Corbejensia ed. Phil. Jaffe, 1864. Antw. der Pisaner auf den Briefn. 344, NA. XVI, 182. Die Zeitbestimmung einiger Briefe von 1156, 1157bestreitet Fechner, Leben Wichmanns, Forsch. V, 436. Vgl. über WibaldRheinl. Jahrb. XLVI, 138 (Weih-Inschriften) u. 149 ff. E. aus'm Werth überseine Bedeutung für die Kunstgeschichte; LXVII (1879) S. 8799 Alden-kirchen, Die Echtheit der Weihe-Inschrift in der Doppelkirche zu Schwarz-rheindorf; Van de Casteele et Reusens: Dessin auth. du retable en argentdore, que l'abbe W. fit faire pour l'abb. de Stablo, Bull, des Comm. roy.