Druckschrift 
2 (1894)
Entstehung
Seite
267
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Prämonstratenser. Albero von Trier. 267

unter der Aufsicht des Abtes von Bonne-Esperance im Hennegaustanden. Als sie am 20. Apr. 1158 gestorben war, beschrieb derAbt Philipp ihr Leben im erbaulichen Stil 1 ).

Ein völlig entgegengesetztes Bild zeigt uns das Leben des Erz-bischofs Albero von Trier (11311152). Es ist kein Heiligen-leben, wir lesen nichts darin von Kasteiungen, aber desto mehr vonweltlicher Pracht und Herrlichkeit, von Krieg und Waffenlärm.Wenn uns nicht Balderich sagte, dafs Albero ein sehr gelehrter Herrwar UDd so subtil zu predigen pflegte, dafs man ihm kaum zufolgen vermochte, man sollte glauben, dafs er sich besser daraufverstanden hätte, ein Heer zu ordnen und zur Schlacht zu führen,Burgen zu stürmen und seiner Feinde Herr zu werden. Und dochwar er ein Hauptheld der Kirche, und auch er begleitete KaiserLothar nach Italien und stand hoch in Gunst bei ihm. In früherenJahren als Archidiaconus von Metz hatte er unermüdlich und uner-schrocken gegen die Investitur von Laienhand gekämpft, er beson-ders war es, der jenen Abt Diegger zum Bischof von Metz wählte,aber er selbst ging nicht die Wege dieser frommen Betbrüder, son-dern ihn lockte die Gefahr und sein Vergnügen war, sich verkleidetin die Mitte seiner Feinde zu begeben, ihre Pläne auszukundschaftenund ihnen Trotz zu bieten. Als Erzbischof hat er mannhaft alleFeinde der Trierer Kirche bekämpft und diese zu einer Höhe derMacht, des Reichthums und des Ansehens im Reiche erhoben, welcheum so blendender war, da noch eben zuvor der Kirchenvogt GrafLudwig den Erzbischof Meinher, seinen Vorgänger, in gänzlicherAbhängigkeit und Dürftigkeit gehalten hatte. Die »Wahl KönigKonrads war hauptsächlich sein Werk und er auch seine Haupt-stütze gegen den Herzog Heinrich.

Selbst ein geborener Franzose, von Montreuil, einst von derMutter des Hugo Metellus unterstützt und erzogen, brachte Albero,als er 1147 zum Concil des Pabstes Eugen nach Paris gereist war,von dort den Balderich mit sich nach Trier, gebürtig aus Florennesim Lütticher Sprengel, der damals Sachwalter am päbstlichen Hofewar, und übergab ihm die Leitung der Domschule. Dieser Balde-rich, der Albero bis an dessen Tod sehr nahe stand, hat uns einprächtiges Bild von ihm hinterlassen, das im Anfange der Regierung

>) Acta SS. Apr. H, 770778. Ueber Philipp s. Ursmer Berliere,Philippe de Harvengt, in der Revue benedictine 1892. Seine Werke beiMigne CC1II. Ein Brief ist an Rainald v. Cöln nach dessen Wahl gerichtet.Es ist ihm auch eine Anzahl Verse zugeschrieben, doch ohne sicherenGrund.