266 V - Staufer. § 3. Albero. Wibald.
wig von Arnstein (f 1185) 1 ). Die Mönche und den ersten Probsterhielt Graf Ludwig von Gottesgnaden, einem Kloster bei Calbean der Saale, welches noch von Norbert selbst bestimmt, sein VetterGraf Otto von Reveningen (Roeblingen) 1131 gegründet hatte. Diebald nach 1190 vermuthlich noch bei Lebzeiten des Probstes Gün-ther geschriebene Geschichte der Stiftung enthält nicht unwichtigeNachrichten über Norbert und den Erzbischof "Wichmann a ).
Eine bis zur visionären Ueberspannung gesteigerte Frömmigkeitzeigt uns das Leben des Probstes Petrus von Arolsen 3 ), gest. am19. Dec. 1158. Eine fromme Frau Gepa hatte hier 1135 den Platzzu einer Ansiedlung von Prämonstratenserinnen geschenkt; ein Orts-wechsel und andere Wechselfälle werden mehr angedeutet als er-zählt, und auch andere Klöster der Gegend, wie Riechenberg, vonwo Petrus gekommen war, werden erwähnt, auch von einer merk-würdigen Gerichtsverhandlung berichtet, wo der Sohn einer getöd-teten Frau als Kläger den Thäter köpfen soll, es aber nicht aus-führen kann. Am ausführlichsten wird der erbauliche Tod Petersgeschildert. Schon vor der Stiftung des Klosters war dort eine ein-fache fromme Magd Egburgis vom Volk als wunderthätig verehrt,gegen den Widerstand der Geistlichkeit, und im Kloster wurde sieals heilige Wunderthäterin anerkannt 4 ).
Daran können wir auch das Leben der Oda schliefsen, derfrommen Vorsteherin der Prämonstratenserinnen zu Riveroelle, welche
: ) Vita Ludewici comilis de Arnstein, in Böhmers Fontes III, 325 bis339. Acta SS. Oct. XI, 752—762. Vgl. S. Widmann, Nassauische Chro-nisten des Mittelalters (Progr. d. Gymn. zu Wiesbaden 1882) u. Ausg. 1884,Nass. Ann. XVIII, 244. Ein sehr schöner Codex mit Heiligenleben, um1190 in Arnstein geschrieben, ist in London, Harl. 2800. Daraus bei Tymmsund Digby Wyatt, The Art of Illuminating, PI. 28 u. 30, u. 8 Tafeln beiShaw. Ebenfalls aus Arnstein stammt der von Nonnen geschriebene Cod.Harl. 3099 saec. XII „quem nobis Monasterienses restitueruDt pro pastoralicura." Fr. Zarncke de ep. presb. Joh. (Progr. doctorum a. 1874) p. 5. 21.Der Cat. librorum s. XII aus Harl. 3045 bei Th. Gottlieb über Mittelalt.Bibl. S. 293—297, vgl. S. 283, u. Harl. 3052 mit einer Dedication.
2 ) Fundatio monasterii Gratiae Dei, zuerst herausgegeben von Wintera. a. O. S. 324—341, dann von H. Pabst MG. SS. XX, 683—691. Benutztim Chron. Montis Sereni. Die Nachrichten über Norbert stimmen mitdem Chron. Magdeb., und werden von Winter auf eine Aufzeichnung imMagdeb. Marienkloster zurückgeführt, während Günther und Pabst Be-nutzung des Chron. Magdeb. annehmen, u. so auch Schum SS. XIV, 365.— Viel späterer Zeit, nach 1296, gehört die Historia monast. llfelcl. vonJoh. Caput, von welcher leider nur der Anfang erhalten ist, ed. WaitzSS. XXV, 587.
3 ) Vita Petri Aroldensis presbyteri Catal. codd. hagiogr. Brux. II, 105bis 120, Anal. Boll. VI.
4 ) Vita S. Egburgis virginis, ib. p. 120—122.