Druckschrift 
2 (1894)
Entstehung
Seite
259
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Honorius Augustodunensis. 259

er sich als Klausner in die Einsamkeit zurückgezogen 1 ); er selbstnennt sich solilarius. Seine Werke sind vorzüglich im südöstlichenDeutschland in zahlreichen Handschriften verbreitet; die einzigeStadt, welche er in der Beschreibung Deutschlands nennt, ist Re-gensburg 3 ), die Donau tritt unter den Flüssen am meisten hervor.Burgund erwähnt er in dem überaus elenden Werkchen gar nicht,von Frankreich sagt er sehr wenig. Dem Abt Cuno und dessenNachfolger Simon, die bis jetzt nicht zu finden sind, widmete erSchriften. Noch verwickelter wird die Frage dadurch, dafs nacheiner Handschrift seines Speculum ecclesiae die Fratres Cantuariensisecclesiae es waren, welche ihm geschrieben, und die er kurz zuvorbesucht hatte 3 ). Er scheint ein weitberühmter Mann gewesen zusein, doch ist es bis jetzt nicht gelungen, eine andere Spur von ihmzu finden, als die bedeutende Einwirkung, welche er vorzüglich aufdie geistliche Poesie in Oestreich geübt hat. Honorius schriebzahlreiche theologische Werke, eine Schrift über den Vorzug desPriesterthums vor dem Königthum, deren Inhalt dem Titel ent-spricht*), eine andere über die kirchlichen Schriftsteller, in welcheram Schlufs auch seine eigenen Werke aufgezählt sind 5 ).

Unter diesen befindet sich auch ein Handbuch der Weltge-schichte, Summa genannt, verfafst zum Frommen derjenigen, welchebisher den Mangel an Büchern vorschützten, wenn sie in Unwissen-heit blieben. Und compendiös genug ist auch die Geschichte, aberzugleich so mager und geistlos, dafs der Leser nicht gar viel da-durch gewann. Gedruckt ist nur der letzte Theil von 7261133in der Ausgabe von Wilmans 6 ), nachdem das Werk lange verborgen

1 ) D. h. in einer Celle vermauert wie Marian, wenn die Bezeichnungals inelusus begründet ist. Gegen Scherer in d. Recension von HeinzeisHeinrich von Melk, Zeitschr. f. österr. Gymnasien 1868, S. 564579, istzu bemerken, dafs der Probst Gotschalk, welchem er eine Schrift gewid-met hat, unmöglich der Abt von Heiligenkreuz sein kann, weil jener ebenein Probst ist. Vgl. auch was Diemer in den Wiener SB. XXVIII, 127 ff.356 über ihn beibringt.

2 ) Doberentz sieht darin eine Aufmerksamkeit gegen den Ohristianus,welcher ihn zu der Schrift veranlafste, den er für einen RegensburgerDomherrn hält.

3 ) Czerny, Handschriften von St. Florian, S. 166, N. 252.

*) Summa gloria de Apostolico et Augusto, Pez, Thes. n, 179. MigneCLXXII sind die Werke gesammelt.

5 ) Liber de luminaribus ecclesiae, s. oben I, 86.

6 ) Ex Honorii Augustodunensis Summa totius et Imagine Mundi, ed.Wilmans, MG. SS X, 125134. Man möchte vermuthen, dafs nur inder Handschrift der Summa, nicht vom "Verfasser, die Zahlen der Regierungs-jahre im Texte fortgelassen sind. Contin. Stirensis SS. XXIV, 63.

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