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2 (1894)
Entstehung
Seite
258
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258 V. Staufer. § 2. Die Zeit Lothars und Konrads.

Nachrichten sind für uns von grofsem Werthe. Es scheint, dafsder Verfasser einen grofsen Theil yon Sachsen durchreist hat, umseine Nachrichten zu sammeln; von der Mühe und Sorgfalt, die erauf sein "Werk verwandte, zeugt auch die noch erhaltene Original-Handschrift mit ihren zahlreichen Verbesserungen und Nachträgen.Wie weit sein Werk sich erstreckt hat, ist unbekannt, und es läfstsich auch jetzt nach der genaueren Analyse der Quellen kein Schrift-steller mehr nachweisen, der es benutzt hat, mit Ausnahme derSchöppenchronik, wo es aber auch nur bis 1136 kenntlich ist 1 ).In neuerer Zeit wurde es zuerst durch die Ausgabe von Eckhard(1723) bekannt und ungebührlich viel benutzt; gemindert wurdeder Werth, welchen man seinen Angaben beilegte, nachdem G. Waitzdie mühsame Arbeit ausgeführt hatte, überall die ursprünglichenQuellen nachzuweisen, und die daraus entlehnten Stellen in derAusgabe auch durch kleineren Druck kenntlich zu machen. Seitdemist nun auch der früher noch unbestimmbare Rest fast vollständigseinen Quellen zugewiesen, mit Ausnahme der ihm eigenthümlichengenealogischen Untersuchungen.

Einen andern "Weg als der sächsische Annalist schlug Hono-rius ein, ein Schriftsteller, der insofern räthselhaft ist, als er Prie-ster und Scholaster der Kirche von Autun genannt wird 2 ), wäh-rend doch in seinen Schriften nichts auf Frankreich deutet, und ernur deutsche Geschichtsquellen benutzte. Auch heifst es sogar anjener Stelle, dafs er unter Heinrich V gelebt habe, so wie er auchselbst nur deutsche Kaiser und deutsche Geschichte berücksichtigt.Schon Lebeuf hat einst daraus geschlossen, dafs er Deutschland an-gehört haben müsse 3 ). Es liegt daher nahe, an eine Verwechselungmit Augsburg zu denken, welches auch Rabewin (Gesta Frid.IV, 3) Augustudunum nennt; dafs er aber in Frankreich seine Stu-dien gemacht habe, ist kaum zu bezweifeln. In späterer Zeit hat

') Janicke in der Vorr. S. XXXV (Die Chroniken der deutschenStädte VII). Die von 0. v. Heinemann, Markgr. Gero S. 128 u. anfangsauch von "Weiland angenommene Benutzung im Chron. Montis Sereni hatdieser selbst später verworfen. Dagegen nimmt er, Deutsehe ChronikenII, 441, Benutzung in der verlorenen Braunschweiger Fürstenchronik an,während Kohlmann diese Stellen vielmehr auf die Nienburger Annalen unddie Sächsische Kaiserchronik zurückführt, Braunschw. Reimchr. S. 1822.

2 ) Im letzten Capitel seines Buches de luminaribus ecclesiae, welcheswohl sicher nicht von ihm ist.

3 ) S. MG. SS. X, 125. Edw. Schröder, Das Anegenge, S. 57 ff. u. Z. f.D. Alt. XXV, Anz. S. 518 ff. Ganz vereinzelt ist die Angabe einer Cambr.Hs. der Imago Mundi, der Vf. sei Henricus, can. eccl. S. Mariae Magont.gewesen, NA. V, 644.