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2 (1894)
Entstehung
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254
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254 V. Staufer. § 2. Die Zeit Lothars und Konrads.

sonderes Buch daraus entstand, sondern wie Giesebrecht meint,nur in einem Exemplar von Ekkehards Chronik dergleichen Zu-sätze gemacht wurden. Uns sind diese nicht historisch, wohl aberin anderer Beziehung wichtigen Geschichtchen nur aus dem Säch-sischen Annalisten und der Poehlder Chronik bekannt; im Sprengelvon Hildesheim, vielleicht in Gandersheim, scheinen sie aufgezeich-net zu sein 1 ).

Eine neue Spur dieser Chronik glaubte ich in der kürzlich ver-öffentlichten Auslegung der Apocalypse gefunden zu haben, welche1243 verfafst ist von einem Minoriten oder doch von einem begei-sterten Verehrer dieses neuen Ordens a ). Er benutzte dazu einehystoria, und zwar in deutscher Sprache, deren wesentlichsten Be-standtheil Ekkehards Chronik ausmachte. Die Sachsen treten darinvorzüglich hervor, und sind sogar abgebildet (S. 176), wie sie alsbekehrte Christen citherspielend tanzen. Ein Stück aus Widukind(I, 12) ist aufgenommen mit einem Zusatz über die gemeine Woche 3 ).Auch wird Ottos II Beinamepallida mors Sarracenorum" erwähnt 4 ).Besonderes Gewicht wird auf die Befreiung der Kirche durchGregor VII gelegt, und als Höhepunkt erscheint die Eintracht desReichs und der Kirche unter Lothar und Innocenz. Bei dieserGelegenheit ist es, dafs die Wundergeschichte bei der Pfingstmessezu Bari 1137 wörtlich übereinstimmend mit dem Annalista Saxound der Poehlder Chronik erzählt wird 5 ). Von den charakteristi-schen Fabeln und Sagen der früheren Zeit kommt freilich nichts

') Giesebr. I, 794. Waitz über eine sächsische Kaiserchronik und ihreAbleitungen. Aus dem 12. Bande der Abhandlungen der K. G. der W. zuGottingen 1863. Vielleicht hat Gotfrid von Viterbo Kunde davon gehabt,s. MG. SS. XXII, 8. Jul. Voigt: Die Pöhlder Chronik und die in ihrenthaltenen Kaisersagen (Diss. Hai. 1879) bemerkt, dafs nicht angenommenwerden könne, der Annalista Saxo habe so vieles, was Palid. mehr habe,fortgelassen, und es sei also bei diesem eine selbständige Erweiterungvorauszusetzen (NA. V, 468).

2 ) Scriptum super Apocahjpsim cum imaginibus. Codex Capituli Me-tropol. Prag, (dictus Wenceslai doctoris) editus a Cap. Metropolitano,Pragae 1873 (phototyphirt).

3 )Sicut adhuc agitur in partibus illis. Quos dies communes appel-lant." Pag. 100.

4 ) Pag. 60:vocatur in hystoriis." Es ist übrigens ein byzantinischerEhrentitel, Liudpr. Leg. c. 10.

5 ) Mit dem Zusatz:Quod interpretatum est significare concordiamregni et sacerdotii." Pag. 239 mit Bild. Er findet sich, wie Bernhardi,Lothar S. 710, bemerkt, auch in der Sachs. Weltchr. S. 207, welche hierganz den Palid. folgt, und wird also nur zufällig in unserer Hs. derselbenfehlen. Dafs diese Stelle, wie Herre, Ilsenb. Ann. S. 34 meint, aus demDeutschen rückübersetzt wäre, ist bei der Gleichheit des Ausdrucks ganzundenkbar.