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2 (1894)
Entstehung
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252
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252 V- Staufer. § 2. Die Zeit Lothars und Konrads.

auf das Aeufserlichste, und der Verfasser war entweder wenig ein-geweiht oder er sagt weniger als er wufste. "Wenn er aber voneiner Uebereinkunft berichtet, wodurch Lothar sogleich nach derWahl auch das preisgegeben hätte, was das Wormser Concordat derKrone noch gelassen hatte, so geht er darin ohne Zweifel zu weit,und es ist vollkommen erwiesen, dafs thatsächlich Lothar nicht vondem Verfahren seines Vorgängers abwich, ohne dafs ihm deshalbder Vorwurf der Wortbrüchigkeit gemacht wäre 1 ).

Wie es nun zu geschehen pflegt, wenn das Haupt der Oppo-sition zur Regierung kommt, Lothar lenkte bald auf die Bahn seinesVorgängers ein; es fehlte nicht viel, dafs auch er mit dem Pabstezerfallen wäre, und die Reichsgewalt hielt er kräftig aufrecht. Dasehen wir denn auch unter ihm noch die Reichsgeschichte,welche unter Heinrich V sich entwickelt hatte, fortdauern. EinemExemplar der Chronik des Ekkehard, das mit Auszügen aus Lam-bert bereichert ist, sind Annalen angefügt, die in kurzer gedrängter"Weise über Lothars Regierung Bericht erstatten; der Kaiser stehtdurchaus im Vordergrunde, und die ganze Fassung erinnert an dieReichsannalen. Leber den Verfasser ist nichts bekannt, er war abergut unterrichtet und scheint 1133 den Römerzug mitgemacht zuhaben. Pertz, der diese Annalen zuerst in dieser Form bekanntmachte, hielt ihn für einen Mönch von St. Peter in Erfurt; ge-wifs schrieb er in Thüringen 2 ). Dieselben Annalen finden wir auch(von 1116 bis 1149) in den Bosauer und Pegauer Annalen wieder,und Böhmer glaubte dafs ihr Ursprung dort zu suchen sei. Alleines ist unzweifelhaft, wie schon L. A. Cohn in seiner Untersuchungder Pegauer Annalen nachgewiesen hat, dafs sie einem in Erfurtgeschriebenen "Werk entnommen und nur zur Vervollständigungeines Exemplars des Ekkehard von da entlehnt sind; dadurch istuns dieser Theil unverkürzt erhalten. Als 3 ) man in St. Peter inErfurt um die Mitte des zwölften Jahrhunderts ein Exemplar vonEkkehards Chronik abschrieb (den noch erhaltenen codex Gothanus),

') Ueber diese in neuester Zeit vielbehandelte Frage begnüge ich michauf Giesebr. IV, 416419 zu verweisen: in den Nachträgen ist auch nocherwähnt: H. Witte, Forschungen zur Geschichte des Wormser Concordats,Gott. 1877. Ferner Bernhardi, Lothar S. 45. Hall. Diss. v. Voges 1885.Chr. Volkmar, Forsch. XXVI, 443453, hält die betr. Stelle c. 6 f. Inter-polation; G. Schneiderreit, Diss. Hai. 1892 für Fälschung.

2 ) Annales Erphesfurdenses 11251137, MG. SS. VI, 536541. Böh-mer, Fontes III, 574581, nennt sie Annales Lothariani. Holder-Eggernennt das ganze Werk, wovon sie ein Theil sind, Ann. S. Petri Erphesf.Lothariani, s. oben S. 200. Uebers. v. Grandaur, Geschichtschr. XH, 6.

3 ) Mittheilung von Holder-Egger.