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2 (1894)
Entstehung
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19
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Annales Altahenses. 19

führte und sich namentlich auch der Klosterschule ernstlich annahm.Bald empfand man nun auch das Bedürfnifs geschichtlicher Auf-zeichnungen. Es liegen da zunächst ganz kurze dürftige Annalenvon 741—1039 vor 1 ), von welchen Th. Liudner 2 ) nachzuweisen ge-sucht hat, dafs sie als der erste Versuch dieser Annalistik zu be-trachten seien. Ich habe mich früher seiner Ansicht angeschlossen,halte sie jedoch jetzt nach den Entgegnungen von Steindorff 3 ) undGiesebrecht 4 ), und nach wiederholter Prüfung der Annalen selbstnicht mehr für haltbar, obgleich Lindner bei derselben beharrt 5 ).Es ist meiner Meinung nach nicht zu verkennen, dafs wir, wieGiesebrecht richtig bemerkt, hier ganz und gar die AusdrucksweiseAventins vor uns haben, während eine solche Form für originaleAufzeichnungen aus dem Mittelalter unerhört wäre; Aventin hatseine Ausbeutung der Altaicher Annalen mit diesen kurzen Excerp-ten begonnen, aber im Verlauf der Arbeit ist ihm klar geworden,dafs diese Art zu ungenügend sei; er hat noch einmal von vorneangefangen, bis 898 sich wiederum auf Auszüge beschränkt, von daan aber eine vollständige Abschrift genommen.

Hiermit entfällt nun auch der Grund, gerade bei dem Jahre1039 einen Abschnitt anzunehmen; doch ist der Unterschied zwischeneiner bis 1032 reichenden Compilation aus älteren Quellen undeiner überwiegend aus originalen Mittheilungen bestehenden Fort-setzung unverkennbar, und wenn auch, wie z. B. Lamberts Beispielzeigt, der Schlufs auf verschiedene Verfasser deshalb noch nichtgeboten ist, so hat doch dafür Giesebrecht eine 1033 eintretendeveränderte und ungenauere Art in der Benutzung der HildesheimerAnnalen geltend gemacht 6 ). Ferner tritt hier der auffallende Um-stand hinzu, dafs jener erste Theil zwar in Altaich verfafst ist,zum Jahre 1007 aber der Verfasser als Hildesheimer spricht. Des-halb hat schon der erste Entdecker, Baron von Oefele, an "Wolf-here gedacht, welcher um diese Zeit bis gegen 1035 seine in Hers-feld begonnenen Studien in Altaich fortsetzte, und Giesebrecht hatsich dieser Vermuthung angeschlossen. Sie ist aber zurückgewiesen

1 ) Breves Annales Altahenses, MG. SS. XX, 774; 2. Octav-Ausg. S. VIII.

2 ) Ueber die Annalen von Niederaltaich, Forsch. XI, 529—560.

3 ) Jahrbücher unter Heinrich III, 1, 429—433.

4 ) Excurs über die Ann. Altah. majores, Kaisergesch. 11, 583—589, ind. 5. Ausg. mit einem Zusatz, in welchem die inzwischen erschienenen Be-merkungen von Lindner, Zeil'sberg, Brefslau berücksichtigt sind.

6 ) Forschungen XVI, 386—393.

6 ) Der Grund freilich, dafs im Autograph der Ann. Hildesh. beimJ. 1032 ein Abschnitt sichtbar sei, ist jetzt hinfällig geworden.

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