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2 (1894)
Entstehung
Seite
18
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18 IV. Salier. § 3. Altaich und Hildesheim. Godehard. Benno.

zeigt, die diesem gewaltigen Fürstenstamme eigen war 1 ). DieseSammlung stammt aus dem Kloster Lorsch, ihrem Ursprung nachaber aus Worms; der Bischof Azecho (1025—1044), dann der zumBischof von Arezzo beförderte Diaconus Immo (I, 375) treten be-sonders hervor. Die Hauptmasse ist schulmeisterlich, gesucht, oftunverständlich, alles irgend Brauchbare jetzt, wenn auch zerstreut,gedruckt 2 ).

§ 3. Nieder-Altaich und Hildesheim. Godehard.Benno von Osnabrück.

Um das Jahr 961 wurde einem Dienstmann des Klosters Nieder-Altaich, Namens Ratmund, ein Sohn geboren, der den NamenGodehard erhielt. Wir erwähnten schon früher (I, 405), dafs dieKlosterzucht dort verfallen war und Kanoniker in freierer Weise andem Orte lebten, dafs sie aber eine Schule von gutem Rufe hielten,welche von vornehmen jungen Geistlichen zahlreich besucht wurde.Auch Godehard erhielt hier seinen ersten Unterricht und bildetesich dann weiter aus am Hofe des Erzbischofs Friedrich von Salz-burg, dem Nieder-Altaich auf Lebenszeit übergeben war und demes seinen blühenden Zustand verdankte. Im Jahre 990 aber gabder Erzbischof das Kloster vollends seiner alten Bestimmung zurück,gab ihm seine Selbständigkeit wieder und führte Benedictiner-Möncheaus Schwaben dahin, wie es auch schon bei der ersten Stiftung741 von Reichenau aus besetzt war. Der Herzog Heinrich vonBaiern und Kaiser Otto III verhalfen der Abtei wieder zu ihrenlängst entfremdeten Besitzungen, und bald gedieh sie zu grofserBlüthe und zeichnete sich aus durch einen hohen Grad wissen-schaftlicher Bildung. Dem ersten Abte Erkenbert folgte 996 bis1022 Godehard, welcher die Regel in ihrer vollen Strenge durch-

>) Giesebr. 5. Aufl. H, 712.

2 ) Vollständige Inhaltsangabe von P. Ewald, NA. III, 321—340 mitAngabe der älteren Abdrücke, weitere 27 bei J. v. Pflugk-Harttung, IterItal. p. 382—416, vgl. 719—727. — Ein Diaconus Theotroch schrieb aneinen Presb. Ootbert, viell. in Lorsch, einen Brief „Qualiter officium missaeagatur in monasterio Fuldae", NA. IV, 409—412. — Kleine gleichzeitigelocale Annalen von Lorsch, 936—978 giebt Bethmann SS. XVII, 33 alsAnnales S. Nazarii. Dieselben bei L. Delisle, Anc. Sacram p. 240. DieNamen der Mönche unter Abt Gerbodo (951 bis 972) Reifferscheid e. cod.Vat. Wiener SB. LVI, 443. Lorscher Bibl. Cat. saec. X. XI. bei Becker,Catalogi bibliothecarum p. 82—125. Eäthsel s. VIII. IX. aus einer LorscherHs. aber schwerlich dort entstanden, ed. Dümmler, Zeits. f. D. Alt. XXII,258-263.