Druckschrift 
2 (1894)
Entstehung
Seite
17
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Wemher von Strafsburg. Lorscher Briefsammlung. J7

diese Gesandtschaft finden sich einige freilich fabelhafte Nachrichtenin einer Schrift des zwölften Jahrhunderts über die Kreuzpar-tikel zu Donauwörth, welche Wernhers Begleiter, Mangold vonWerd, damals soll erworben haben. Der Verfasser ist Berthold,ein Mönch, der um die Mitte des zwölften Jahrhunderts bei denSanblasianern, welche in das von Mangold gestiftete Nonnenklosterspäter eingeführt waren, gute Aufnahme gefunden hatte, und zumDank für den Abt Theoderich nach dessen Erzählungen, mit Be-nutzung von Ekkehards Chronik und einer Bulle Leos IX nicht ohneGeschick diese Schrift verfafste. Geschichtlich ist der von Fabelnerfüllte Bericht freilich wenig brauchbar 1 ). Vorzüglich Mangold wirddarin verherrlicht. "Wir finden da auch die beliebte Geschichte,dafs der Kaiser, zur Mahlzeit geladen, verbietet, ihm Holz zu ver-kaufen, er aber die Speisen bei einem Feuer von Nüssen bereitenläfst. Es ist nicht ohne Interesse zu verfolgen, wie diese Geschichtemit geringen Abänderungen an den verschiedensten Orten auftauchtund beliebig auf andere Personen übertragen wird. Denn gleicheserzählt Robert Wace im Roman de Rou von Herzog Robert unddem griechischen Kaiser, Enenkel von Herzog Leopold und KaiserFriedrich II, eine österreichische Reimchronik 2 ) von den belagertenWienern, und Thomas Ebendorfer von Rudolf IV und Karl IV.

Noch dürfen wir endlich nicht unerwähnt lassen, dafs sich ineiner Briefsammlung zwei merkwürdige Berichte über KaiserKonrad und seinen Hof erhalten haben, namentlich eine genaue Er-zählung von der Absetzung des Herzogs Adalbero von Kärnten,welche uns den Kaiser in seiner ganzen Heftigkeit und Schroffheit

vorhanden waren; vgl. auch Rhein. Mus. XXIII (1868) S. 144. NotaStrasburgensis über eine Kirchweih des Bischofs Wilhelm 1035 SS. XIII, 46;ib. XV, 2, 995 eine Aufzeichnung über die Herstellung und neue Ausstattungdes Nonnenklosters Eschau (Kr. Ersteh)), welches von B. Remigius (765783)gestiftet, von den Ungern verwüstet, v. B. Widerold (992999) hergestelltund von Wilhelm (10301047) und Hezel (10471065) beschenkt war.Die Kaiserinnen Rigardis und Adelheid hatten es auch begabt. Notitiafundationis et restaurationis mon. Ascoviensis.

J ) Historia quomodo portio vivißce crucis Werdeam pervenerit. Oefele1,332-336. Neue Ausg. v. Holder-Egger, SS. XV, 2, 767770, wo dieFabel von seinen angeblichen Nachforschungen in Constantinopel wider-legt wird. Vgl. Giesebrecht IT, 636; Brefslau, Forsch. X. 606-613; Stein-dorff I, 1315; Steichele, Das Bisth. Augsburg III (1872) 833840. DieReliquie selbst in der sehr schönen, von Kaiser Max gestifteten, monstranz-förmigen Fassung besitzt der Fürst C. Fr. zu Oettingen Wallerstein.

2 ) MG. SS. XXV, 359. Vgl. hierzu die sehr lehrreiche Untersuchungvon Gaston Paris: Sur un episode dAimeri de Narbonne, Romania IX,515546 (NA. VII, 229).

Wattenbach, Goschiclitaquellen II. 6. Aufl. 2