Blüthe der Studien unter Heinrich III. 3
ihn: trotz- seiner Belesenheit und Ruhmredigkeit konnte er mitseinem geschmacklosen und grammatisch mangelhaften Machwerkeinen Vorrang vor den deutschen Gelehrten der Zeit nicht behaupten.
Auch einen Dichter, ungewöhnlich begabt und belesen, aberauch gesucht und oft schwer verständlich, hatte, wie es scheint, derRuf von Heinrichs Hof angezogen, Amarcius, welcher in Speier,wo die Studien in hoher Blüthe standen, sich längere Zeit aufge-halten hat, und in bissigen Satiren die habsüchtige Geistlichkeit unddie fremden Abenteurer am Hofe verfolgte. Heinrich III preist ervorzüglich wegen seiner Mildthätigkeit 1 ). Vielleicht war er, wieTraube vermuthet, selbst ein Zögling der Speierer Schule.
Heinrichs III Gemahlin Agnes von Poitiers war ebenfalls imBesitz der gelehrten Bildung der Zeit und begünstigte gern littera-rische Studien, bis sie als Witwe mehr und mehr in ascetischeFrömmelei verfiel 2 ).
Auch Heinrich IV war durchaus nicht ungebildet; sein Psalterwar von vielem Gebrauch ganz abgenutzt, und Briefe, die an ihngerichtet waren, konnte er selbst lesen und verstehen, was bei Laiensehr selten war 3 ). Er wufste auch die Vortheile einer gelehrten
J ) Nach früheren fragmentarischen Mittheilungen vollständig 1888 her-ausgegeben von M. Manitius: S. Amarcii Galli Piosistrati Sermonum libriVI. Kec. v. Traube, Ztg. f. D. Alt. XXXIII, Anz. S. 195-202, von G. Voigt,Wochenschr. f. klass. Phil. 1889, Sp. 1381, von Wattenbach D. Litt. Ztg.1889 No. 38. Büdinger setzte die Abfassungszeit 1014, und erklärte dievon Hugo von Trimberg angegebene Heimath „Turiaca provincia secusAlpes" nicht als Zürich, sondern als Churrhätien. Traube verwirft dieseAngabe gänzlich als nur mifsverständlich aus I, 352 entnommen, undsetzt die Abfassung nach 1046. — Eine Hs. war in Marienfeld, NA. XI,428. Bekanntschaft mit ihm vermuthet Manitius in dem gleichfalls vonihm herausgegebenen Messias des sog. Eupolemius, Roman. Forsch. VI.509—559, merkwürdig durch Herleitung griechischer Mythen aus jüdischen.— Aehnlich pedantisch gelehrt und geziert sind die Gedichte des War-nerius Basiliensis, s.Huemer in den Roman. Forsch. III, 316—330 u. Zts.f. class. Philol. XIV (1892) S. 156—160; Haureau, Not. et Extr. VI, 78-85.
2 ) Vgl. Giesebrecht III, 1089. 1098 (5. A. 1096. 1105). — Der AnonymusHaserensis nannte den ersten Theil seines Werkes Libellus Agnetis Impera-tricis, MG. SS. VII, 264. Ihre Capläne Gundecbar 1057 Bischof von Eich-stedt, Altmann 1065 Bischof von Passau. Ein Brief von ihr an Altmannin Mangolds Schrift gegen Wenrich c. 27, an Abt Albert von Fructuariabei Giesebr. III, 1240 (1255) ex Bibl. Sebusiana. Johannes, den Mabillonfür den Abt von Fecamp hält, widmete ihr sein Buch de contemplationeanimae, Mab. Anal. I, 133; ed. II, p. 120; vgl. Archiv VIII, 810; X, 674(abgedr. im Arch. d. Wiener Ak. III, 367) heilst er im Prolog Joh. pauper.Denis II, 1525 (danach Tabulae codd. Vind. I, 256) hielt irrig die nichtgenannte Kaiserin für Kunigunde. Auch Petrus Damiani richtete Briefean Agnes.
3 ) Ebonis Vita Ott. Bab. I, 6, Bibl. V, 594. Herbord ib. p. 699 setzteigenmächtig hinzu et facerel. Auch nach Will. Malmesb. Gcsta Regum
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