Gesuch der Manilaleute. 291
wäre es vernünftig gewesen, unsern Besuch auf der Inselzu wiederholen, da die Soldaten durch ihr eigenes Schiesscnaufgeregt und von dem Erfolg ihres Verraths berauschtwaren — und so wurde der Befehl zur Abfahrt für denfolgenden Tag ertheilt. Als wir am Abend die Begeben-heiten des Tages besprachen, meldete sich bei mir eineDeputation unserer asiatischen Mannschaft, den Bootsmannals Wortführer, mit einem sonderbaren Anliegen.
„Herr", sagte er, „diese verrätherischen Hunde habenuns, als wir harmlos dort standen, von ihrer Schutzmaueraus angegriffen und unsern Kameraden getödtet. MeineLandsleute sind mit mir entschlossen, seinen Tod zu rächen,wenn Sie uns die Erlaubniss dazu crthcilen wollen. LassenSie uns den Dampfer oder ein paar Schiffsboote nehmen,erlauben Sie uns zu landen, und wir wollen uns verpflichten,das ganze Nest niederzubrennen und ihnen eine Lehre zugeben, die sie nicht so bald vergessen sollen. Wir bittenSie dringend, uns gehen zu lassen."
„Lieben Leute", antwortete ich, „es kann gewiss nie-mand mehr als ich das Schicksal, das euern Freund be-troffen hat, bedauern, wir müssen indess nicht vergessen,dass diese Menschen wenig mehr als Halbwilde sind unddurch die unverantwortliche That eines Burschen gereiztworden sind, der, ich bedauere es sagen zu müssen, einermeiner Landsleute ist. Ausserdem sind wir nicht herge-kommen, um Krieg mit dem Volke zu führen, mit welchemwir keinerlei Streit haben, und ich würde mich einer grossenVerantwortlichkeit aussetzen, wenn ich euerm Gesuchewillfahren wollte und irgendeiner von euch sein Lebendabei verlieren würde. Bedenkt ferner, selbst angenom-men ihr erreichtet euere Absicht, dass die Strafe nicht dieSoldaten, welche auf uns gefeuert haben, treffen würde,sondern die unschuldigen Stadtbewohner, welche nichts mitder Sache zu thun hatten. Mit meiner Bewilligung wird
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