194 Achtes Kapitel.
irgendeine Nachlässigkeit nicht an Bord gesandt worden,und wir hatten eben genug Pulver zu drei Ladungen fürunsern Neunpfünder. Glücklicherweise besassen wir hin-reichenden Vorrath an Patronen für unsere Gewehre undRevolver; ausser diesen führten wir noch zu unserer Ver-theidigung eine Anzahl Lanzen und Marinesäbel.
Ohne Unfall und von schönem Wetter begünstigtfuhren wir durch jenen Theil des chinesischen Meeres, dersich von Schanghai bis zur Yan-Diemens-Strasse erstreckt,welchen man wegen der intensiv schwarzen Färbung desWassers ebenso gut das schwarze Meer nennen könnte,und am vierten Morgen nach der Abfahrt passirten wirModeste-Insel, die südlichste der Inseln des coreischenArchipels. Am nächsten Tage waren wir nahe beim Fest-lande angelangt, und liefen durch den engen, aber tiefenKanal zwischen demselben und der Chasseriau-Bank in denArchipel Prince Imperial. Bei dieser Gelegenheit konntenwir während der Ebbe die enorme Ausdehnung dieserBank und der ihr zunächstgelegenen übersehen. Mit Aus-nahme einiger wenigen Stellen, an denen sich Tiefwasser-kanäle gebildet hatten, war das Meer gänzlich zurückge-treten 1 , und so weit das . Auge viele Meilen rundumherschauen konnte, war nichts als eine ungeheuere Sandwüstezu erblicken. Da keiner der jetzt an Bord befindlichenLeute die Reise der „Rona" mitgemacht hatte, so wünschteich durch Feststellung der hervorragendsten, früher be-merkten Stellen der Küste einen Anhaltspunkt für unseregenaue Lage zu erhalten und gegen Abend dampften wirin die Caroline-Bucht, in welcher ich mit dem Kapitänans Land ging. Ich war gerade im Begriff in unser Bootzurückzukehren, nachdem ich mich von der Richtigkeitunsers Curses überzeugt hatte, als eine grosse Zahl derEingeborenen, nicht wenig von meiner Wiederkehr über-rascht, erschien und mich freundlich willkommen hiess.