Einleitungen zur Reise. 161
messen das England Asiens genannt, im Jahre 1859 demfremden Handel und Verkehr wieder zugängig gemachtworden. Was noch wenige Jahre vorher als eine mitausserordentlichen Schwierigkeiten verknüpfte Unterneh-mung und als ein höchst unwahrscheinliches Ereigniss an-gesehen worden, war mit verhältnissmässiger Mühelosigkeitund Leichtigkeit erreicht, und die Erwartungen, welche mansich allgemein von dem Erfolg der Eröffnung dieses herr-lichen Landes versprochen hatte, hatten sich weder inpolitischer, noch in commerzieller oder wissenschaftlicherHinsicht als überschätzt gezeigt.
Bei meiner Rückkehr nach China, nach einem Besuchder eben geöffneten japanesischen Häfen, wurde meineAufmerksamkeit durch mehrere meiner chinesischen Freundeauf ein anderes, kaum weniger wichtiges Land gelenkt,das trotz seiner unmittelbaren Nähe bei China und Japanfür die Aussenwelt noch immer vollständig unzugänglichund abgeschlossen geblieben war, nämlich das KönigreichCorea. Unternehmende und intelligente chinesische Kauf-leute hatten ihr Augenmerk schon seit Jahren dahin ge-richtet, und man hatte ziemlich viel Nachrichten über denHandel und die Productionsfähigkeit des Landes gesam-melt, die sehr zufrieden stellende Eesultate versprachen.Andere Angelegenheiten verhinderten mich indess, derzeitauf den Vorschlag eines Besuchs Coreas einzugehen, umso mehr, da eine Reise dahin damals nur auf dem lang-wierigen und schwierigen, durch Nordchina führenden Wegegemacht werden konnte, was nahezu unausführbar war.Mehrere Jahre später indess wurde die Angelegenheit mirwiederum vorgelegt und diesmal einer ernstlichem Betrach-tung unterzogen. Da eine Ueberlandreise ausser Fragewar, so konnte nur der Seeweg in Betracht kommen. EinSegelschiff wäre leicht zu beschaffen gewesen; da indessdie Küstenaufnahme nur sehr oberflächlich geschehen, keine
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