Blumen, Pflanzen und Baumarten. 149
von Regen — die grosse Zuträglichkeit des Klimas zeigtsich wol kaum deutlicher als in der grossen Anzahl stein-alter Leute, denen man überall begegnet.
Dass ein Land, welches sich eines solchen schönenKlimas erfreut, eine ausserordentlich reiche Vegetation her-vorbringen muss, liegt auf der Hand. Ausser vielen demLande eigenthümlichen Blumenarten, welche dem Botanikerein reiches Studium bieten würden, gedeihen fast alle unsereeuropäischen Blumen wild, obschon nicht das Geringste zuihrer Pflege geschieht — der Coreer hat keine Idee vonBlumenzucht oder zeigt auch nur die geringste Liebhabereidafür, und ein Blumengarten wird dort sehr selten ange-troffen. Sowol in den Thalebenen als auf den meistenseiner Gebirgsketten producirt das Land eine Fülle derverschiedenartigsten Pflanzen und Hölzer, und unterden erstem befinden sich viele, die ihrer medicinischenHeilkräfte wegen von den Eingeborenen geschätzt und ge-sucht sind.
Unter den Baumarten befinden sich fast sämmtlicheunserer bekannten Bäume, die Eiche, Buche, Fichte, Tanne,Birke, Linde. An vielen Orten sieht man die herrlichstenWaldungen, die indess durch kein Gesetz geschützt sind,sie sind daher ganz dem Belieben der Einwohner preis-gegeben und es kommt häufig vor, dass man ganze Ge-hölze voll der schönsten Baumstämme niederschlägt, umeinem Kartoffel- oder Hirsefelde Platz zu machen; beidem Mangel an Transportmitteln fällt es den Landbe-wohnern auch nicht ein, das Holz an Ort und Stelle zuverwenden, sondern man lässt dasselbe zum grossen Theilverrotten und umkommen. Unter den Tannen gibt esmehrere Arten, die an ihren Wurzeln grosse Auswüchseeiner meist weisslichen, dann und wann auch grünlichenund rothen Masse tragen, welche ausserordentlich nahr-haft ist und sehr geschätzt wird. Ausserdem trifft man,