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Ein verschlossenes Land
Entstehung
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Eiiie unverschämte Botschaft. 91

obigen Fluss einzulaufen, Schiffbruch gelitten hatte, wo-bei die gesammte Mannschaft auf Befehl der coreischenBehörden getödtet worden war (Frühjahr 1866). DieFregatte konnte indess nur eine kurze Strecke oberhalbder Flussmündung vordringen, da das Wasser zu seichtfür ein Schiff ihrer Grösse befunden wurde. Sie sandteihre Boote mehrere Meilen höher hinauf, doch wurden die-selben bald mit so unverkennbaren Zeichen von Feindselig-keit empfangen, dass sie sich schleunig zurückzogen. Eswurde eine unverschämte Botschaft an Bord geschickt,welche dem commandirenden Offizier befahl, augenblicklichumzukehren, wenn er sich nicht gleicher Behandlung aus-zusetzen wünsche, wie sie den Franzosen zutheil geworden— ein gleiches Schicksal werde auch jede andere fremdeMacht treffen, die es wagen werde, die coreischen Grenzenzu überschreiten; die Botschaft schloss mit der Bemerkung,dass Corea sich jetzt nicht fürchte, sich mit irgendwelchenfremden Feinden zu messen. Dieser Brief, dessen Inhaltder Kapitän der „Shenandoah" nicht verstand, wurde vondemselben dem Taoutae von Chefoo mit der Bitte umUebersetzung vorgelegt — und wie es heisst, soll.dieserBeamte sich nicht wenig über den Inhalt des ihm vor-gelegten Briefes ergötzt gezeigt haben.

Seit den letzten Jahren ist nur sehr wenig über dieinnern Vorgänge im Königreiche an die OÖffentlichkeit ge-drungen. Nach einigen Berichten sollen ernstliche Differenzenzwischen dem Lande und Japan ausgebrochen sein, auswelchem Grunde, ist nicht angeführt worden; möglicher-weise hatte die japanesische Regierung Ursache sich überMishandlung von schiffbrüchigen Japanesen oder über die Artund Weise, wie die Besatzung von Chosian behandelt wurde,zu beklagen, welche letztere der Regent in seiner stolzen An-maassung los zu werden getrachtet haben mag. Mehr alseinmal waren Gerüchte von einem bevorstehenden Kriege